Ringer Frank Stäbler beendet in Ludwigsburg seine Karriere Ein Spektakel zum Abschied

Von Andreas Eberle
Sportministerin Theresa Schopper verleiht Frank Stäbler das Silberne Lorbeerblatt. Der 32-jährige Weltklasse-Ringer geht am 18. Juni zum letzten Mal für einen Kampf auf die Matte. Foto: Oliver Bürkle

Der Olympia-Dritte Frank Stäbler beendet am 18. Juni in Ludwigsburg seine Ringer-Karriere – mit einer großen Show, vielen Superstars und einem Revanchekampf.

Beim Ringen ist das Wiegen für die Sportler Usus. Doch für seine Abschiedsvorstellung setzt Frank Stäbler die Grundregeln der Sportart außer Kraft. „Mein Event, meine Regeln, keine Waage“, sagt der 32-jährige Olympia-Dritte von Tokio bei der Pressekonferenz zu seinem „The-Last-Fight“-Event in der MHP- Arena und lacht. In Ludwigsburg geht Stäbler am 18. Juni zum letzten Mal bei einem Wettkampf auf die Matte und beendet dann seine große Karriere – mit viel Tamtam, wie es sich für einen dreifachen Welt- und zweimaligen Europameister gehört. „Das wird die größte und spektakulärste Ringershow, die es jemals auf deutschem Boden gegeben hat“, schwelgt Stäbler in Superlativen. „Das wird gigantisch. Die Atmosphäre ist greifbar, es ist ein megacooles Gefühl.“

Die besten Ringer der Welt kommen

Das i-Tüpfelchen wird an jenem Samstagabend sein finaler Auftritt sein: das Revancheduell gegen Mohammadreza Geraei, die Nummer eins der Welt. Bei den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio hatte der Musberger auf dramatische Art und Weise das Viertelfinale gegen den Iraner verloren. Acht bis zehn Kämpfe stehen bei seiner Abschiedsgala auf dem Programm. Die Crème de la Crème des Ringersports ist vertreten, wenn die von Stäbler zusammengestellte Weltauswahl auf die deutsche Nationalmannschaft trifft. „Beim All-Star-Team sind ausschließlich Goldmedaillengewinner dabei: Europameister, Asienmeister, Weltmeister und Olympiasieger“, sagt der gebürtige Böblinger.

„Ein Adonis vor dem Herrn"

Ein Höhepunkt ist der Superschwergewichtskampf im griechisch-römischen Stil bis 130 Kilogramm zwischen seinem alten Weggefährten Eduard Popp und Mijain Lopez. „Er ist ein Adonis vor dem Herrn – zwei Meter nur Muskeln und unbesiegbar“, schwärmt Stäbler von dem vierfachen Olympiasieger aus Kuba. Mit der armenischen Legende Artur Aleksanyan, den iranischen Brüdern Mohammadali und Mohammadreza Geraei, dem Serben Viktor Nemes sowie dem Moldawier Viktor Ciobanu geben sich weitere Superstars der Szene ein Stelldichein. Der ebenfalls mal vorgesehene Frauenkampf entfällt allerdings: Olympiasiegerin Aline Rotter-Focken ist gerade erst Mutter geworden. Sie werde aber in der ersten Reihe sitzen, wie Stäbler verrät.

Visa als Herausforderung

Während seine Agentur das Drumherum organisiert, kümmert sich Stäbler höchstpersönlich um die Verpflichtung der Athleten. „Das ist unfassbar schwierig und unfassbar viel Arbeit“, berichtet der 32-Jährige und verweist auf die Corona-Problematik, viel Überzeugungsarbeit bei Sportlern, Trainern und Funktionären und nicht zuletzt Visaprobleme – gerade bei den eingeladenen Stars aus Kuba und dem Iran. „Ich habe in den letzten Wochen bis hin zum Außenministerium – sehr freundlich – leichten Druck ausüben müssen, um zu beschleunigen, dass sie in den deutschen Botschaften in Teheran und Havanna einen Termin für ein Visum bekommen. Das sind Dinge, die ich unterschätzt habe.“

Abgesehen vom Spektakel auf der Matte finden zwischen den Kämpfen Showacts statt. Die Breakdancer von „DDC“ legen ebenso einen Auftritt hin wie die Turn-Asse Elisabeth Seitz, Marcel Nguyen und Andreas Toba. „Ich verspreche außerdem zwei absolute Hochkaräter, die Überraschungsgäste sind und die wir leider noch nicht nennen dürfen“, sagt Stäbler voller Vorfreude.

Info 3700 der 4500 Tickets sind bereits vergriffen. Restkarten zu jeweils 30 Euro gibt es beim Easy Ticket Service.

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Ministerin Schopper verleiht Stäbler das Silberne Lorbeerblatt

Im Rahmen der Pressekonferenz erhielt Frank Stäbler am Mittwoch in Ludwigsburg das Silberne Lorbeerblatt. Die nach einer Plenarsitzung herbeigeeilte Theresa Schopper, Baden-Württembergs Ministerin für Kultus, Jugend und Sport, verlieh ihm in Vertretung von Bundespräsident Frank- Walter Steinmeier die hierzulande höchste sportliche Auszeichnung. Eigentlich hätte der Ringer bereits am 8. November 2021 mit den anderen deutschen Medaillengewinnern der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele für die Erfolge in Tokio geehrt werden sollen. Doch den Termin in Berlin konnte Stäbler nicht wahrnehmen. „Schon während der aktiven Karriere haben Sie nicht nur an sich, sondern auch an andere gedacht. Sie sind durch Ihr Wirken im Sport und über den Sport hinaus für viele Menschen eine Inspiration“, würdigte Schopper Stäblers Verdienste und wies auch auf dessen Engagement für das Schulprojekt „Be Ready!“ hin.

 
 
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