Sanierung wird fortgesetzt Weitere Finanzspritze für die historische Altstadt

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Der Kavaliersbau, in dem das Jugendcafé und die Sudetendeutsche Heimatstuben untergebracht sind, muss saniert werden.⇥ Foto: Martin Kalb

Der Gemeinderat bringt das neue Sanierungsgebiet „Innenstadt V“ auf den Weg. Förderbescheid von 800 000 Euro liegt bereist vor.

Mit dem einstimmigen Einleitungsbeschluss zu Beginn von vorbereitenden Untersuchungen hat der Bönnigheimer Gemeinderat am vergangenen Freitag das neue Sanierungsgebiet „Innenstadt V“ auf den Weg gebracht. In weiten Bereichen der westlichen Innenstadt und im Bereich südlich des Kirchbergs können nun bis zum Jahr 2030 Sanierungsmaßnahmen mit Unterstützung des Landes und der Stadt durchgeführt werden. Im Förderbescheid des Landes wurde der Stadt eine Zuwendung von 800 000 Euro zugesichert, die mit städtischen Eigenmitteln auf insgesamt 1,333 Millionen aufgestockt wird. Eine spätere Erhöhung ist nicht ausgeschlossen.

Fachbereichsleiter German Thüry erläuterte dem Gremium das weitere Vorgehen nach den Bestimmungen des Baugesetzbuches: Nach Veröffentlichung des Beschlusses werden alle Beteiligten, vor allem auch die Eigentümer, informiert und befragt. Eine Bestandsanalyse und eine Anhörung der Träger öffentlicher Belange werden gemacht. Aus den Ergebnissen werden ein Sanierungs- und Entwicklungskonzept, ein Maßnahmenplan und auch ein Sozialplan erarbeitet. Im Oktober könne voraussichtlich der Ergebnisbericht im Gemeinderat vorgestellt werden und anschließend die förmliche Festlegung des Sanierungsgebiets erfolgen.

„Die Stadt ist als Eigentümerin auch betroffen“, berichtete Bürgermeister Albrecht Dautel. „Uns gehören beispielsweise die Alte Kelter und der Kavaliersbau. Wir wollen die Innenstadt weiter verändern und entwickeln.“ Die Grenzen des Gebiets seien vorläufig und könnten verändert werden, wenn in der Nachbarschaft weitere Sanierungsmaßnahmen geplant sind. Diese könnten dann auch von einer Förderung profitieren. Das Thema Fördergelder interessierte auch Jürgen Carstens (Grüne): „Haben wir den Köllesturm zu früh saniert und bekommen jetzt kein Geld mehr?“ Dautel konnte ihn beruhigen: „Die Stadt erhält viele andere Zuschüsse dafür, auch vom Denkmalamt. Der Sanierungstopf ist hierfür nicht anzapfbar“.

Mit den vorbereitenden Untersuchungen soll die Steg Stadtentwicklung aus Stuttgart zu einem Pauschalbetrag von 6000 Euro beauftragt werden. „Brauchen wir überhaupt einen Sanierungsträger? Kann die Verwaltung das nicht selber machen?“ wollte Hans-Martin Jäger (UWG) wissen. „Wir haben schlechte Erfahrungen mit dem bisherigen Sanierungsträger gemacht.“

Thüry antwortete, dass die Sanierung kein Standardgeschäft für die laufende Verwaltung wäre. „Ich kenne keine andere Kommune, die so was ohne Sanierungsträger macht“, bekam er Unterstützung von Bürgermeister Albrecht Dautel. Man bediene sich eines Dienstleisters, der ein Pauschalhonorar bekommt. „Die Steg soll das dann zügig durchführen,“ forderte Jäger. „Wir wollen die Satzung spätestens im November beschließen.“

 
 
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