Schulen Die ersten Schritte in eine neue Medienwelt sind getan

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Ausgehend vom pädagogischen Konzept wird der Medienentwicklungsplan für die  Schulen entwickelt. ⇥ Foto: Helmut Pangerl

Wie die Milliarden des Digitalpakts vom Bund in die Kommunen kommen, ist nach langem Hin und Her nun geregelt.

Eine Verwaltungsvorschrift des Landes regelt das Verfahren, nach dem Schulen bei der digitalen Ausstattung gefördert werden. Bei der technischen Ausstattung richten sich dabei viele Schulen nach den Empfehlungen des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, weil es für Baden-Württemberg noch keine vergleichbaren offiziellen Empfehlungen gibt.

Während andere Kommunen wie Kirchheim bereits ein solches Konzept für die anstehende Schulerweiterung erstellt haben, ist man andernorts noch nicht so weit. Und es besteht auch keine Eile. „Wir haben Zeit bis 2022 und müssen nicht alles dieses Jahr noch erledigen“, sagt Besigheims neuer Kämmerer Roland Hauber auf Anfrage der BZ. Bis dahin können die Fördermittel beantragt werden, die das Geld vom Digitalpakt in die Kommunen bringen. Hinter dem Plan stehe ein pädagogisches Konzept, das dann in ein technisches Konzept münde, so Hauber, der sich seit 20 Jahren um die digitalen Fragen in der Stadtverwaltung kümmert.

Besigheim wollte nicht so lange warten, bis die Länderstreitigkeiten beendet waren, und ist in Vorleistung getreten. Man stellte schon im letzten Haushalt einen Betrag ein, der 25 Euro pro Schüler für digitale Ausstattung vorsieht. Schulen sollten denselben Betrag aufbringen, wie es das Christoph-Schrempf-Gymnasium getan hat. Dort gibt es inzwischen IPads, Tablets, Laptops, PCs, Beamer sowie ein digitales schwarzes Brett. Rektor Frank Hielscher erklärt, was noch fehle sei die Einbindung von W-Lan, dann habe man ein neues Netzwerk mit hoher Geschwindigkeit, mit der man arbeiten könne. Gesucht werde derzeit noch ein „Begleiter“, der die drei Schulen betreue. Das könne entweder das Landesmedienzentrum sein oder eine Fremdfirma. „Der Schulträger muss die Schulen beim Medienentwicklungsplan begleiten“, so Hielscher. Und letztlich muss der Entwicklungsplan den Kriterien des Kultusministeriums entsprechen.

In der Schule kümmert sich Angela Ballier mit ihrer Arbeitsgruppe um die ersten Schritte. Diese werden erleichtert durch das Online-Tool, in dem die Erstellung eines Medienentwicklungsplans in sieben Schritten möglich ist. „Wir sind mit Beginn des Schuljahres gestartet und in der Vorklärungsphase“, so die Lehrerin, die dafür auch im Gespräch mit der Stadt ist. Im Prozedere der Erstellung ist auch eine Online-Umfrage unter Lehrern, Eltern und Schülern vorgesehen, um den Bedarf zu ermitteln. Nach Schritt vier des Online-Tools sei es möglich, mit dem Medienentwicklungsplan Fördermittel zu beantragen.

Im Grundschulbereich der Friedrich-Schelling-Schule dürften Digitalgeräte dabei eine weniger große Rollen spielen als etwa im Gymnasium. Hier arbeitet man derzeit mit Hochdruck an einem pädagogischen Konzept, das den erwarteten Ganztagsbetrieb der Grundschule und die Kernzeitbetreuung integriert.

„Kleine Grundschulen brauchen nicht die Ausstattung wie ein Gymnasium“, ist Kämmerer Roland Hauber überzeugt. Aus diesem Grund wurden im Haushalt für sie auch nur 25 000 Euro eingestellt, die anderen Schulen stehen mit 50 000 Euro im Plan. Umbauarbeiten wie Verkabelungen oder Serveinstallationen seien im Grund nur in den Sommerferien möglich, um den Schulbetrieb nicht zu stören. Bevor die Medienentwicklungspläne nicht fertig sind, könnten auch keine Ausschreibungen erfolgen, macht Hauber deutlich. Realistisch gesehen, wird das aber kaum vor Sommer 2021 machbar sein.

 
 
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