Sersheim Kein Bedarf für eine Erweiterung

Von Michaela Glemser
Die Pflegeplätze im „Haus am Schlösslesbrunnen“ sind nach Aussage der Evangelischen Heimstiftung gut ausgelastet. Einen Anlass für eine Erweiterung sehen die Betreiber in nächster Zeit nicht. Foto: /Martin Kalb

Die Evangelische Heimstiftung sieht keine Notwendigkeit für einen Anbau an das „Haus am Schlösslesbrunnen“ in Sersheim. 

Derzeit gibt es im „Haus am Schlösslesbrunnen“ in der Ortsmitte 50 Pflegeplätze. Die Nachfrage sei gut und die vorhandenen Pflegeplätze ausgelastet, machte Regionaldirektorin Michaela Sowoidnich vom Betreiber, der Evangelischen Heimstiftung, deutlich.

Grund genug, dass unter den älteren Bürgern Sersheims die Frage nach einer möglichen Erweiterung des „Hauses am Schlösslesbrunnen“ aufkommt, um auch künftig eine ausreichende Versorgung mit Pflegeplätzen zu gewährleisten. Dies wurde in der Bürgerfragestunde der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich.

Platz für Erweiterung vorhanden

Bürgermeister Jürgen Scholz teilte auf Anfrage einer Bürgerin mit, dass die Vertreter der Gemeinde einer möglichen Erweiterung des Pflegeheims durchaus offen gegenüberstehen. Ausreichender Raum für einen Anbau sei ebenfalls vorhanden, betonte Scholz.

Auch Regionaldirektorin Sowoidnich, die für die Region Ludwigsburg bei der Evangelischen Heimstiftung mit über 170 Einrichtungen in ganz Baden-Württemberg zuständig ist, konnte die Worte des Sersheimer Rathauschefs bestätigen. „Die Vertreter der Gemeinde sind an uns mit der Frage herangetreten, ob wir uns eine Erweiterung des ‚Hauses am Schlösslesbrunnen‘ vorstellen könnten. Wir haben daraufhin im vergangenen Jahr eine Marktanalyse durchgeführt“, erläuterte Sowoidnich.

Das Ergebnis habe eindeutig gezeigt, dass die Bevölkerungsstruktur in Sersheim keinen Anlass dafür gebe, das bestehende Pflegeheim über die 50 Pflegeplätze hinaus noch zu erweitern. „Wir haben dabei auch alle demografischen Entwicklungen berücksichtigt. Daher denke ich nicht, dass sich zeitnah ein Bedarf für eine Erweiterung ergibt“, stellte die Regionaldirektorin klar. Sie verwies darauf, dass sich künftig die Bevölkerungszusammensetzung in Sersheim schon erheblich ändern müsse, damit das Ergebnis der Marktanalyse positive Signale für einen Anbau gebe.

Aber nicht nur an Pflegeplätzen im „Haus an Schlösslesbrunnen“ sind die Menschen im reifen Alter in Sersheim interessiert, auch die Betreuten Wohneinheiten in der Ortsmitte sind sehr beliebt.

Nach Auskunft von Geschäftsführer Frank Kontermann von der Sozialstation Vaihingen/Enz, dessen Mitarbeiter die Betreuungsleistungen in den Wohnungen übernehmen, gibt es 26 Wohneinheiten im bestehenden Gebäudeensemble in der Schlossstraße. Im gegenüberliegenden Neubau befinden sich acht weitere seniorengerechte Wohnungen, deren Betreuung die Mitarbeiter der Sozialstation Vaihingen/Enz leisten.

Seniorengerechte Wohnungen

Der Sersheimer Rathauschef Scholz unterstrich in der Ratssitzung auch, dass im künftigen Neubaugebiet „Bonlanden“ sicherlich weitere seniorengerechte Wohneinheiten entstehen werden. Geschäftsführer Kontermann von der Sozialstation erklärte, dass Planung, Bau und Belegung der Wohneinheiten nicht in den Händen der Sozialstation lägen. Dafür seien für die Gebäude in der Schlossstraße eine Immobilienverwaltung aus Sachsenheim sowie ein Wohnbauunternehmen aus Oberriexingen zuständig.

Bürgermeister Scholz will den Bedarf nach Pflegeplätzen und betreuten Wohneinheiten weiterhin genau im Auge behalten, um rechtzeitig reagieren zu können. 

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