SG BBM Bietigheim „Das war eine ganz souveräne Geschichte“

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Julia Maidhof (rechts) war beim 35:23-Bundesligasieg der SG BBM gegen den Vorletzten Sport-Union Neckarsulm die treffsicherste Werferin der Bietigheimerinnen. Foto: /Marco Wolf

Obwohl die SG BBM Bietigheim vor allem am Ende der ersten Hälfte einige hundertprozentige Chancen vergibt, gewinnt sie ohne Probleme gegen den Bundesliga-Vorletzten Sport-Union Neckarsulm mit 35:23 (17:11).

Die SG BBM Bietigheim hat die Pflichtaufgabe gegen den Vorletzten der 1. Bundesliga, die Sport-Union Neckarsulm mit Bravour erledigt. Der Quadruple-Sieger der vergangenen Saison von der Enz gewann mit 35:23 (17:11). „Das war eine ganz souveräne Geschichte“, berichtet SG-Trainer Markus Gaugisch, ärgert sich aber auch: „Wir hatten allerdings trotzdem zu viele Fehlwürfe.“

Daran, dass seine Spielerinnen die Aufgabe SUN vielleicht nicht zu 100 Prozent Ernst genommen hätten, macht er das aber nicht fest. „Die Mädels haben alles gegeben. Aber wir haben teilweise schon im Aufsteigen geworfen“, erklärt Gaugisch. „Und Sarah Wachter ist eine klasse Torhüterin. Sie war Anfang der Woche bei mir bei der Nationalmannschaft. Auch da hat sie schon super gehoben.“ Und SG-Rückraumspielerin Julia Maidhof, die mit neun Treffer bester Werferin der Gastgeberinnen war, ergänzt: „Es gilt, in jeden Wurf zu investieren. Manchmal sind wir nicht ganz durchgesprungen, weil wir gedacht haben, wir wären schon durch.“

1b-Sieben der SG zu viel für SUN

Gaugisch baute seine Startsieben – wie angekündigt – gehörig um im Vergleich zum Champions-League-Spiel gegen CSM Bucuresti. Gegen Neckarsulm begannen mit Xenia Smits, Veronika Malá und Kaba Gassama nur drei Spielerinnen, die auch am Sonntag gegen Bukarest von Beginn an auf dem Parkett standen. Dazu vertraute der SG-Trainer  auf Jenny Behrend, Maidhof, Kerstin Kündig und Gabriela Moreschi.

Aber auch die 1b-Sieben der Bietigheimerinnen waren für die Neckarsulmerinnen immer noch zu viel. Während Malá, Maidhof per Siebenmeter und Kündig schnell eine 3:0-Führung herausschossen (6.), kamen die Gäste teilweise überhaupt nicht zum Abschluss. Zu statisch waren die Angriffe der Sport-Union.

Munia Smits verkürzte dann aber auf 2:3 (7.). Ihr dritter Treffer brachte den Neckarsulmerinnen nach nicht ganz zehn Minuten das 3:6. Doch nur gut sechs Zeigerumdrehungen später war die Partie für die Schwester der Bietigheimer Rückraumspielerin Xenia Smits vorzeitig beendet. Munia Smits’ Mannschaftskameradin Olga Gorschenina fiel ihr unglücklich seitlich in die Beine. Die viertbeste Werferin der vergangenen Saison blieb mit Schmerzensschreien liegen und hielt sich das Knie.

Die Verletzung der SUN-Rückraumspielerin schien aber eher die Bietigheimerinnen zu schocken. Die Neckarsulmerinnen räumten in der Folge immer wieder über Linksaußen Lin Johannsen ab. Nach 20 Minuten reichte es Gaugisch. Er nahm eine Auszeit und brachte Karolina Kudlacz-Gloc, Kelly Dulfer, Kim Naidzinavicius und Annika Meyer.

Bietigheim ist zu unkonzentriert

Doch die Bietigheimerinnen präsentierten sich nun sehr unkonzentriert. Dulfer und Xenia Smits trafen SUN-Torfrau Wachter jeweils im Gesicht. Dazu vergaben die Gastgeberinnen mehrere hundertprozentige Möglichkeiten, sodass sie zur Pause vergleichsweise knapp mit 17:11 führten.

Nach dem Seitenwechsel rollte jedoch der SG-Express. Angeführt von Maidhof („Es war gut, dass wir es nicht mehr spannend gemacht haben.“) zogen die Bietigheimerinnen über 21:11 (34.) und 27:14 (44.) auf 31:15 (48.) davon. Die Gastgeberinnen versuchten, sogar zu zaubern. Doch der Kempa-Trick von Malá auf Kündig pfiffen die Schiedsrichter wegen Kreis’ zurück.

Erst in der Schlussphase ließen es die Bietigheimerinnen etwas lockerer angehen. Dadurch gelang der SUN mit einem 7:4-Endspurt noch etwas Ergebniskosmetik.

 
 
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