SG BBM Bietigheim II hofft auf Aufstieg am Grünen Tisch Dritte Liga als Sprungbrett

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Bietigheims Talent Matilda Ehlert (am Ball) könnte womöglich in der nächsten Saison mit der SG BBM II in der Dritten Liga auf Torejagd gehen.⇥ Foto: Marco Wolf

Der Oberligist SG BBM Bietigheim II steht kurz vor dem Aufstieg – und das, ohne in dieser Saison überhaupt eine Minute gespielt zu haben.

Möglicherweise stehen die Sektflaschen bei den Verantwortlichen der SG BBM Bietigheim schon kalt – doch knallen lassen wollen die SG-Macher die Korken derzeit noch nicht. Der Grund: Vermutlich hat die Bietigheimer Bundesliga-Reserve den Sprung aus der Oberliga in die Dritte Liga am Grünen Tisch erreicht. Doch ganz und gar spruchreif ist das Ganze offenbar noch nicht.

Bis zum 22. März hatten alle interessierten Oberliga-Vereine Zeit, ihre verbindliche Meldung für eine Teilnahme an der kommenden Drittliga-Runde einzureichen. In einer Aufstiegsrunde hätten dann am Ende zwei Teams den Gang in die dritthöchste deutsche Spielklasse antreten können. Da aber nun bei den Frauen mit dem TuS Steißlingen und eben der SG BBM Bietigheim II nur noch zwei von ursprünglich vier Kandidaten ihren Hut in den Ring geworfen haben, müsste die Spielgemeinschaft eigentlich ihren Platz in Liga drei sicher haben. Doch während man beim TuS Steißlingen schon offensiv den Aufstieg in den Sozialen Medien feiert, äußern sich die SG-BBM-Verantwortlichen noch zurückhaltend: „Wir warten noch auf eine Antwort von Handball Baden-Württemberg“, erklärt Jan Pabst, seines Zeichens Koordinator Leistungssport bei der SG BBM, im Gespräch mit der BZ.

Dass die Bundesliga-Reserve nun komplett kampflos aufsteigen könnte, gefällt Pabst dabei auch nicht, zumal die SG BBM aufgrund der Corona-Situation in dieser Saison als einziges Team überhaupt noch nicht in der Oberliga angetreten war. „Wir haben schon auf eine Aufstiegsrunde gehofft, so kann von Fairness und Gerechtigkeit natürlich keine Rede sein“, gesteht Pabst, der zudem zugibt, dass sich die SG-Zweite in einer regulären Saison wahrscheinlich schwer getan hätte in Sachen Aufstieg. „Unsere Spielerinnen sind zwar perfekt ausgebildet, doch sie sind noch jung und haben dementsprechend auch hin und wieder Leistungsschwankungen.“

Gerade der Umstand, dass die SG in dieser Spielzeit überhaupt noch nicht antreten konnte, könnte nun zum Bumerang für den Klub werden. „Es wäre ein kampfloser Aufstieg, da Bietigheim noch kein Spiel bestreiten konnte“, erklärt Stephanie Bermanseder von Handball Baden-Württemberg, warum gerade der Aufstieg der SG BBM möglicherweise anderen Vereinen schwer im Magen liegen könnte. Deshalb geht Bermanseder in ihrer Antwort, ob Bietigheim den Gang in die Drittklassigkeit sicher hat, auf Nummer sicher: „Jein. Noch liegt kein offizieller Beschluss vor.“ Dieser soll aber in der kommenden Woche erfolgen.

Sollte der Aufstieg tatsächlich glatt gehen, will es die SG in der Dritten Liga sowohl mit Spielerinnen aus der A- und B-Jugend versuchen, die sich zum Teil schon im Bundesligateam beweisen durften, als auch mit einigen routinierteren Kräften. Wobei routiniert bei einem Altersdurchschnitt zwischen 22 und 23 Jahren ein relativer Begriff ist. Zusammen mit Bundesliga-Cheftrainer Markus Gaugisch, dem Trainer der weiblichen A-Jugend und der Zweiten Mannschaft, Brian Ankersen, sowie Sportdirektor Gerit Winnen will sich Pabst bald zusammensetzen, um zu besprechen, ob und wie die Reserve noch punktuell verstärkt werden kann. „Die Dritte Liga der Frauen ist sicherlich vom Niveau her höher einzuschätzen als die Jugend-Bundesliga. Ich denke, dass sie als Ausbildungsbaustein gut für uns ist, sagt Pabst, der als Ziel vorgibt, dass sich das Team in der Dritten Liga etabliert. „Das ist zwar ambitioniert, aber wir wollen es schaffen.“

 
 
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