SG BBM erwartet Bad Wildungen zum Bundesliga-Auftakt Die Neuzugänge sind in der Überzahl

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Neuzugang Stine Jörgensen freut sich auf ihr erstes Pflichtspiel im Bietigheimer Trikot. Am Donnerstag feierte die dänische Nationalspielerin ihren 30. Geburtstag.⇥ Foto: Marco Wolf via www.imago-images.de

Die SG BBM Bietigheim tritt am ersten Bundesliga-Spieltag gegen Bad Wildungen mit einem deutlich veränderten Kader an. Kim Braun, Karolina Kudlacz-Gloc und Anna Loerper sind aktuell verletzt.

Die Handballerinnen legen vor. Die Frauen-Bundesliga hat im Gegensatz zu anderen Sportarten den Start nicht verschoben und eröffnet heute planmäßig die Saison 2020/21. Die SG BBM empfängt um 19 Uhr in der Ludwigsburger MHP Arena die „Vipers“ aus Bad Wildungen. „Der Frauenhandball hat die große Chance, verstärkt im Sportgeschehen wahrgenommen zu werden, da alle anderen Top-Ligen noch pausieren“, meint der neue SG-Trainer Markus Gaugisch. Die Bietigheimer Frauen wollen diese Gelegenheit nutzen und für sich werben. „Innerhalb weniger Tage kracht es gleich mehrfach richtig“, verspricht Gaugisch angesichts der vier Spiele, die sein Team bis zum 16. September in Ludwigsburg serviert.

Hoher Bundesliga-Sieg

Die Auftaktpartie gegen Bad Wildungen ruft durchaus zwiespältige Gefühle hervor. Vor vier Jahren deklassierte die SG die „Vipers“ in deren eigener Halle 49:17 – der höchste Sieg, den es je in der Frauen-Bundesliga gab. Bietigheim gewann zwar auch die folgenden sieben Vergleiche, musste im ersten Heimspiel der letzten Saison aber um die Punkte zittern. Nach 56 Minuten lag die SG 27:28 zurück, konnte die Niederlage im Endspurt aber noch abwenden und siegte 30:28.

Aus dem damaligen Team mischen mit Valentyna Salamakha, Kim Naidzinavicius, Amelie Berger, Anje Lauenroth und Luisa Schulze nur noch fünf Spielerinnen mit. Weil Kim Braun, Karolina Kudlacz-Gloc und Anna Loerper verletzt ausfallen, sind die sechs Neuzugänge in der Überzahl. Die fiebern ihrer Premiere entgegen. „Nach vielen Jahren in der dänischen Liga ist es spannend, in neuer Umgebung und mit einem neuen Team andere Gegner kennenzulernen“, freut sich beispielsweise Stine Jörgensen, die am Donnerstag ihren 30. Geburtstag feierte. Die mit ihr aus Odense gekommene Trine Östergaard hat einen anderen Vorteil des Wechsels an die Enz entdeckt. „Das Wetter hier ist viel besser als zuhause. Wir fühlen uns wohl, vermissen Dänemark nicht.“

Xenia Smits wurde 1994 geboren. Im deutschen Fernsehen lief damals die erfolgreiche, von Harald Schmidt und Herbert Feuerstein moderierte Comedy- und Satireserie „Schmidteinander“. In der MHP-Arena heißt es am Samstagabend „Smitseinander“. Die aus Metz zur SG gekommene Xenia Smits trifft auf ihre bei den „Vipers“ spielende Schwester Munia: „Es ist das allererste Duell zwischen uns und ein besonderes Gefühl. Munia ist dynamisch, wurfgewaltig und eine große Kämpferin. Auf dem Feld werden wir uns nichts schenken, aber nach dem Abpfiff haben wir uns wieder lieb.“

Bad Wildunger Vergangenheit

Auch Xenia Smits hat eine Bad Wildunger Vergangenheit. Mit 14 zog die gebürtige Belgierin 2004 ins Handball-Internat der Nordhessen: „Das war für mich ein großer Schritt, aber ich wollte handballerisch weiterkommen.“ Zwei Jahre später wechselte sie nach Blomberg, wurde bereits mit 17 Stammspielerin in der Bundesliga. Aus Ostwestfalen ging es für die seit 2014 mit einem deutschen Pass ausgestattete Rückraumakteurin nach Lothringen. Mit Metz gewann sie viermal die französische Meisterschaft. Mit der SG strebt die 57-fache Nationalspielerin jetzt ihren ersten deutschen Titel an (siehe auch Interview rechts). Nach einer Schulteroperation fehlen ihr selbst aber noch ein paar Prozent. „Das Wichtigste ist, dass ich absolut schmerzfrei bin. Alles andere kommt jetzt hinterher. Die Corona-Zwangspause war für handballspezifische Sachen nicht ideal, für die Heilung meiner Schulter aber von Vorteil.“

Das Ziel der Gäste ist ein einstelliger Tabellenplatz. Dabei soll neben Munia Smits auch die 2019 von Bietigheim nach Blomberg gewechselte Jana Scheib helfen. Die 19-jährige Linkshänderin wurde bei den „Vipers“ zur Stammspielerin. Ein Comeback feiert Sabine Heusdens. Die erfolgreichste HSG-Werferin der letzten Runde (105 Tore) hatte ihre Karriere beendet, greift jetzt aber wieder an. Bietigheims Abwehr ist gewarnt. Beim knappen 30:28-Sieg vor Jahresfrist schenkte die Holländerin der SG neun Tore ein.

 
 
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