SGV Freiberg geht als Spitzenreiter ins Heimspiel gegen Freiburg In der neuen Rolle des Gejagten

Von Claus Pfitzer
Der Reutlinger Jonas Preuß (links) fährt hier Freibergs Neuzugang Marcel Hofrath in die Parade. ⇥ Foto: Julia Rahn via www.imago-images.de

Der SGV Freiberg erwartet am 13. Oberliga-Spieltag an diesem Samstag als Tabellenführer den Freiburger FC. Am Sonntag ist der FSV 08 Bietigheim-Bissingen beim SV Oberachern zu Gast.

Die Musik in der Fußball-Oberliga spielt derzeit laut und unüberhörbar im Kreis Ludwigsburg. An der Tabellenspitze geben der SGV Freiberg als Spitzenreiter und der FSV 08 Bietigheim-Bissingen als erster Verfolger den Ton an. Am 5. November kommt es am Bissinger Bruchwald zum direkten Duell der beiden Klubs. Zuvor müssen beide Teams aber noch einige Aufgaben erledigen, die ersten an diesem Wochenende gegen Vereine aus dem südbadischen Bereich der Liga, die ebenfalls Tabellennachbarn sind – allerdings einige Etagen tiefer. Der Freiburger FC, der an diesem Samstag (14 Uhr) in Freiberg vorspielt, belegt Rang 14, der SV Oberachern, am Sonntag (15 Uhr) Gastgeber des FSV 08, folgt punktgleich direkt dahinter auf Platz 15.

Ab jetzt befinden sich die Fußballer des SGV Freiberg in der Rolle der Gejagten und müssen erstmals ihre Tabellenführung verteidigen. Gegner Freiburger FC ist zwar kein Schwergewicht in der Liga, aber unangenehm zu bespielen. In der Auswärtsbilanz stehen Siege in Pforzheim und Dorfmerkingen, dazu je zwei Niederlagen und Unentschieden. Bei den Stuttgarter Kickers unterlag der FFC knapp mit 0:1. Zu schaffen macht den Breisgauern die schwache Heimbilanz mit nur einem Dreier. Zuletzt setzte es auf eigenem Platz Pleiten gegen den FC Astoria Walldorf II (0:1) und den bis dahin gar sieglosen FV Lörrach-Brombach (0:3). Auf den SGV wartet wohl erneut eine Gastmannschaft, die ihr Heil vornehmlich in der Defensive sucht und auf Konter setzt. Damit hatte die Mannschaft von Trainer Evangelos Sbonias, die aus drei Partien in einer Woche neun Punkte und 15:1 Tore verzeichnete, allerdings zuletzt mit viel Geduld, noch mehr Ballkontrolle und Effektivität aber keine Probleme.

Seinen Anteil am gelungenen Marsch an die Tabellenspitze hat auch Torhüter Sven Burkhardt, der zwar meist wenig beschäftigt wird, aber seine Klasse nachweist, wenn er gebraucht wird. Seit sieben Spielen steht der Routinier zwischen den Pfosten, die Ausbeute in dieser Zeit weist fünf Siege, zwei Remis und 23:3 Tore auf. Nach fünf Partien hatte Burkhardt Sommer-Neuzugang Kevin Rauhut abgelöst, der beim etwas holprigen Saisonstart sieben Treffer hinnehmen musste. Sbonias ist jedenfalls froh, dass „wir zwei Torhüter auf Top-Niveau haben“, und ergänzt lobend: „Der Umgang der beiden miteinander ist großes Kino.“

Eine filmreife Vorstellung lieferte vor ein paar Wochen der FSV 08 Bietigheim-Bissingen mit dem 7:0 beim SV Linx ab. Ein paar Kilometer weiter auf der anderen Seite der A 5 am Anstieg zum Schwarzwald geht der Tabellenzweite am Sonntag beim SV Oberachern auf Punkte- und Torejagd. Doch das könnte ungleich schwerer werden, denn der SVO hat daheim Freiberg ein 1:1 abgetrotzt und gegen Walldorf II sowie den 1. FC Rielasingen-Arlen gewonnen. Aus einer robusten Abwehr heraus mit langen Bällen schnell umschalten und gute Standards sind die Markenzeichen der Oberacherner, die zuletzt ein Erfolgserlebnis der besonderen Art feierten: Der 2:0-Sieg vor einer Woche beim 1. FC Bruchsal war der erste Auswärtsdreier nach langer Zeit.

„Wer gegen Freiberg punktet, kann nicht so schwach sein. Aktuell müssen wir uns aber vor keinem Gegner verstecken. Wir sind selbstbewusst und sehr positiv. In der Liga stimmen die Ergebnisse und die Leistung. Auch gegen Ulm im Pokal haben wir gut gespielt. Jetzt wollen wir in Oberachern gewinnen“, geht 08-Trainer Markus Lang optimistsch ins Spiel im Waldstadion, und ergänzt: „Damit könnten wir die Voraussetzungen für das Spiel gegen die Kickers schaffen. Aber zuerst steht Oberachern auf dem Programm.“

Die Auswärtsbilanz der Nullachter liest sich mit drei Siegen, zwei Remis und einer Niederlage ordentlich, die Trefferausbeute ist mit 31 Toren die zweitbeste hinter Freiberg und weniger als die elf Gegentreffer haben auch nur der SGV sowie die Kickers hinnehmen müssen. Auch die Bilanz mit Platz zwei und 24 Punkten nach zwölf Spielen fällt positiv aus. „Unabhängig vom Tabellenplatz sind wir im Trainerteam sehr zufrieden mit der Entwicklung. Es hat etwas Zeit in Anspruch genommen, und wir haben auch noch einiges zu tun“, so Langs Zwischenfazit. Noch einige Zeit fehlen wird vom Kader Duc Thanh Ngo, fraglich ist der Einsatz von Defensivmann Anil Sarak, der sich gegen Ulm eine Blessur zugezogen hat.

 
 
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