Showdown am Donnerstag – weil Ludwigsburg erneut in Oberfranken verliert Riesen können Bamberg-Fluch wieder nicht bannen

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Barry Brown (links) war in Bamberg beim Comeback mit 32 Zählern der Riesen-Topscorer.⇥ Foto: Issler Images/Imago Images

Ludwigsburg verliert das vierte Playoff-Duell in Franken mit 84:87. Die Entscheidung fällt am Donnerstag.

Die MHP Riesen Ludwigsburg haben im Playoff-Viertelfinale auch ihren zweiten Matchball vergeben. Am Dienstagabend kassierten sie im vierten Spiel der Best-of-Five-Serie bei Brose Bamberg eine 84:87-Niederlage. Nach Siegen steht es zwischen beiden Klubs nun 2:2. Die ersten zwei Heimpartien hatten noch die favorisierten Schwaben gewonnen, nun hat Bamberg zu Hause zurückgeschlagen.

Auf der Brose-Arena scheint für die Korbjäger aus der Barockstadt ein Fluch zu lasten, denn dort haben sie jetzt bereits 16 Mal in Serie verloren. Der letzte Ludwigsburger Sieg dort gelang im Oktober 2008. Wie gut also für die Riesen, dass es am Donnerstag (18.30 Uhr) in der heimischen MHP-Arena zum Showdown um den Einzug ins Halbfinale, wo dann der FC Bayern wartet. „Für solche Do-or-Die-Duelle spielen wir Basketball. Es gibt nichts besseres“, sagte John Patrick.

Der Riesen-Trainer hatte gegenüber der 60:96-Schmach zwei Tage zuvor die Rotation verändert: Barry Brown und Desi Rodriguez ersetzten Jonah Radebaugh und Andrew Warren. Brown hatte sich kurzfristig zu Spiel vier fit gemeldet, reiste der Mannschaft hinterher und überzeugte Patrick bei einem Belastungstest. Und tatsächlich trumpfte der offensivstarke US-Amerikaner beim Comeback groß auf und avancierte mit 32 Zählern gleich zum Topscorer der Partie. Sonst punktete nur noch Jordan Hulls (13) zweistellig.

Bamberg hatte mit Bennet Hundt ebenfalls einen herausragenden Akteur im Aufgebot. Der Point Guard führte die Scorerliste bei Brose mit 23 Punkten an, gefolgt von Center David Kravish (20). „Wir haben jetzt viel Selbstvertrauen. Der Druck liegt bei Ludwigsburg, während wir frei aufspielen können“, gab Hundt im Interview mit „Magenta Sport“ zu Protokoll.

Einen Katastrophentag erwischte ausgerechnet Jaleen Smith. Der zum MVP der Liga gekürte Spielmacher traf nur zwei seiner 13 Würfe aus dem Feld, blieb bei mageren fünf Zählern und verpasste kurz vor Schluss einen Notdreier zum 87:87 und der Verlängerung. Während die Hausherren zwölfmal aus der Distanz trafen, mussten sich die Scharfschützen in den gelben Trikots mit acht Dreiern begnügen – wobei Hulls und Brown immerhin je dreimal erfolgreich waren.

Die Riesen waren viel präsenter als bei der Pleite am Sonntag, nach der Patrick seinen Profis sogar Arroganz vorgeworfen hatte. Zur Pause führte Bamberg knapp mit 49:46. Das dritte Viertel ging dafür mit 26:16 an den Hauptrundenachten. Im letzten Durchgang kämpfte sich Ludwigsburg wieder auf einen Zähler heran. Doch im Gegensatz zum zweiten Viertelfinalduell vergeigten die Oberfranken diesmal eine klare Führung in der Endphase nicht mehr. „Wenn wir mit dieser Energie spielen, haben wir am Donnerstag eine Chance“, sagte Patrick. „Ich bin stolz auf unsere Reaktion.“ Es klang allerdings eher so, als ob er seine Schützlinge stark reden müsste. Do or Die am Donnerstag also – ob sich der Coach wirklich so sehr darauf freut, wie er vorgibt?

 
 
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