Startschuss zur Entwicklung eines Parkraumkonzepts Gemmrigheim will Ordnung in die Parkierung bringen

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An vielen Stellen geht es in Gemmrigheim ähnlich eng zu wie hier in der Neckarwestheimer Straße. Ein Parkraumkonzept soll Abhilfe schaffen.⇥ Foto: Martin Kalb

Der Gemeinderat vergibt einen Planungsauftrag. Auf Basis der Daten und einer Bürgerbefragung soll ein Parkraumkonzept für den Ort erstellt werden.

Es ist überall dasselbe: In den Ortschaften wird wild geparkt, die Straßen in den Wohngebieten sind zugestellt, Autos stehen in Einmündungen und Kreuzungen oder behindern Zufahrten, öffentliche Parkplätze bleiben ungenutzt. Auch in Gemmrigheim beklagen sich immer mehr Bürger auf dem Rathaus über eine größer werdende Zahl von Verstößen. Gemeinderat und Verwaltung wollen das Problem jetzt mit einem Parkraumkonzept in den Griff bekommen. Mit den Vorbereitungen wurde in der Sitzung des Gemeinderates am Montag ein Planungsbüro in Stuttgart beauftragt.

Die Ziele sind klar definiert: Die Verkehrssituation im Ort soll ganzheitlich betrachtet werden. Es seien Daten notwendig, um zu einer objektiven Einschätzung von Ursachen und Verhaltensweisen der Autofahrer zu bekommen, machte Bürgermeister Jörg Frauhammer im Gespräch mit der BZ deutlich. Die Suche nach Parkplätzen soll erleichtert, die Verkehrsbelastung in den Wohngebieten gesenkt werden.

Bürger werden einbezogen

Um das zu erreichen, müssen die Bürger einbezogen werden. Dieser Überzeugung sind Bürgermeister und Gemeinderat, eine breit angelegte Bürgerbeteiligung müsse am Anfang der Entwicklung eines Parkraumkonzeptes stehen. Um Erfahrungen, Anregungen und Ideen zu bekommen, sollen die Haushalte über das Internet online befragt werden. Das örtliche Gewerbe und die Unternehmen werden ebenso einbezogen. Dies sei umso wichtiger, als das Thema Parkierung und Verkehr viele Menschen betrifft und allzu häufig emotional diskutiert wird. „Wir wollen nicht nur auf die hören, die sich bisher gemeldet haben“, sagte Frauhammer.

Was könnte der Inhalt eines Parkkonzepts sein? Diese Frage ist noch nicht entschieden und abhängig von den Ergebnissen der Untersuchung, machte Frauhammer deutlich. Vorstellbar ist vieles: von der Ausweisung von Parkzonen, in denen eine Parkscheibe ausgelegt werden muss bis hin zur Parkraumbewirtschaftung, sprich der Aufstellung von Parkscheinautomaten, mit denen Gebühren kassiert werden. Doch der monetäre Aspekt stehe nicht im Vordergrund. Vielmehr geht es darum, bestehende Parkplätze besser zu nutzen und eventuell neue Parkplätze auszuweisen.

Rathaus und Verwaltung können sich aber auch vorstellen, Parkausweise an die Bewohner in den Wohngebieten auszugeben oder Sperrflächen vor der Schule und den Kindergärten auszuweisen. Vielleicht lasse sich auf diese Weise ja auch der tägliche Stau abbauen, den Eltern verursachen, wenn sie ihre Kinder holen oder bringen, ist die Hoffnung.

Wohngebiete im Fokus

Die Online-Umfrage unter Haushalten, bei den Unternehmen und Geschäften, will die Rathausmannschaft selbst organisieren und auswerten. Die Aufgabe des Planungsbüros ist es, Daten über den ruhenden Verkehr zu erheben und zu analysieren. Im Fokus stehen die Wohngebiete, deren Anwohner über hohen Parkdruck und enge Verhältnisse klagen, beispielsweise im Neusatz.

 
 
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