Steelers können für die DEL planen „Wir haben uns einen Namen gemacht“

Von Andreas Eberle
Wackelkandidaten: Steelers-Torjäger Riley Sheen (links) wird europaweit von vielen Klubs umworben. Kapitän Constantin Braun ist vertraglich noch an Berlin gebunden. ⇥ Foto: Hansjürgen Britsch

Nach dem fast sicheren Klassenerhalt können die Steelers und ihr Geschäftsführer Volker Schoch für eine zweite DEL-Saison planen. Torjäger Sheen wird von Klubs aus ganz Europa umworben. Von Andreas Eberle

Bereits 14 Zähler haben die Bietigheim Steelers Vorsprung auf Abstiegsrang 15. Bei noch sechs ausstehenden Hauptrundenduellen ist dem Aufsteiger der Klassenerhalt in der DEL so gut wie sicher – auch wenn rein mathematisch noch ein klitzekleines Restrisiko bleibt. Von Spiel zu Spiel steigen dafür die Chancen, dass der SCB sogar auf Anhieb den Sprung in die erste Playoffrunde schafft. Dort machen die vier Klubs auf den Plätzen sieben bis zehn vom 5. bis zum 8. April die beiden letzten Viertelfinal-Teilnehmer in einer Best-of-Three-Serie unter sich aus. „Der Einzug in die Playoffs wäre für uns wie eine Meisterschaft“, sagt Trainer Daniel Naud und bleibt seiner zurückhaltenden Linie treu: „Noch sind 18 Punkte zu vergeben. Da kann noch viel passieren.“

Sechs Spiele in zehn Tagen

Auf sein Team wartet ein Mammutprogramm mit sechs Partien in zehn Tagen. Am Wochenende treten die Steelers zweimal zu Hause an: an diesem Freitag (19.30 Uhr) gegen die fünftplatzierten Straubing Tigers sowie am Sonntag (17 Uhr) gegen den Tabellenletzten und designierten Absteiger Krefeld Pinguine.

Team-Etat soll um 10 bis 20 Prozent steigen

Für Geschäftsführer Volker Schoch hat die komfortable Tabellensituation den zusätzlichen Charme, dass er für die neue Saison nicht mehr zweigleisig planen muss. Stattdessen kann er sich voll und ganz auf eine weitere Spielzeit in der Eliteklasse fokussieren. Bis zum 24. Mai müssen die Bewerbungsunterlagen zur Lizenzprüfung bei der DEL- Zentrale in Neuss eingegangen sein. Schoch zufolge belief sich der Team-Etat 2021/22 auf 3,7 Millionen Euro. Dieser fiel damit um 400 000 Euro höher aus als ursprünglich geplant. Für die neue Runde hofft der Manager, das Budget um 10 bis 20 Prozent erhöhen zu können.

Dennoch dürfte der Standort Bietigheim im Liga-Vergleich wieder jener mit dem kleinsten Portemonnaie sein. „Wir werden weiterhin nur das Geld ausgeben, das wir haben, und keine Schulden machen. Die Mannschaft wird von der Struktur her ähnlich aufgestellt sein wie die jetzige“, sagt Schoch und betont: „Wir werden keine Stars verpflichten, sondern versuchen, wieder neue Stars hervorzubringen.“

Verbleib von Riley Sheen gilt als unwahrscheinlich

Fast alle Spielerverträge laufen am Saisonende aus. Zu den wenigen Profis, die noch einen Kontrakt über die Runde hinaus haben, zählen Ersatzkeeper Cody Brenner und Lokalmatador Tim Schüle. Der Verbleib von Torjäger Riley Sheen gilt nach dessen Monstersaison als unwahrscheinlich. „Ihn zu halten, wird schwer. Viele Vereine aus ganz Europa sind an ihm interessiert“, sagt Naud. „Aber so ist das Geschäft.“

Kapitän Constantin Braun ist noch ein Berliner

Besser stehen die Chancen bei Kapitän Constantin Braun, der in Interviews immer wieder betont, wie wohl er sich in Bietigheim und im Team fühle. Das Problem: Die Steelers haben den 34-jährigen Verteidiger nur für eine Runde ausgeliehen. Ab Mitte des Jahres ist Braun wieder Angestellter der Eisbären Berlin. „Er ist eine wichtige Stütze für die Mannschaft und die ganze Organisation. Wir suchen nach Möglichkeiten, ihn bei uns zu halten“, sagt Schoch, der sich in puncto Personalplanung sonst aber noch bedeckt hält.

Mit seinem sensationellen Abschneiden im Oberhaus hat der Neuling in der Szene viel Renommee hinzugewonnen. „Wir haben uns in dieser Saison einen Namen gemacht und sind kein unbeschriebenes Blatt mehr – und schon gar keine dritte Wahl. Ich sehe unseren Standort da auf Augenhöhe mit Straubing, Ingolstadt, Nürnberg oder Augsburg“, freut sich Schoch. Er berichtet von vielen auswärtigen Spielern und Agenten, die in den vergangenen Wochen den Kontakt zu den Steelers gesucht hätten. Sollte der derzeit zehntplatzierte SCB tatsächlich den Sprung in die Playoffs schaffen, werden die Drähte in der Geschäftsstelle wohl noch viel mehr glühen.

Entwarnung bei Aittokallio und Ranford

Nach zwei Dritteln räumte Sami Aittokallio am Mittwochabend in Bremerhaven seinen Platz im Tor für Tom McCollum. „Er hat keine Verletzung, sondern war einfach müde“, erläutert Steelers-Trainer Daniel Naud im Gespräch mit der BZ. Zuvor war der eben erst von einer Corona-Infektion genesene Finne mächtig gefordert gewesen. Naud zufolge steht am Freitag gegen Straubing  nun  erneut McCollum zwischen den Pfosten. Auch bei Stürmer Brendan Ranford, der am Sonntag in Augsburg mit einer Oberkörperverletzung ausschied, gibt der Coach leichte Entwarnung: „Bei ihm schauen wir von Tag zu Tag. Er ist ein harter Hund und wird alles dafür tun, um wieder zurückzukommen.“

 
 
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