Tafel Bietigheim-Bissingen Weniger Waren, mehr Fördergeld

Von Frank Ruppert
Bei der Tafel in Bietigheim-Bissingen kommen derzeit weniger Waren an. Foto: Oliver Bürkle

100 000 Euro erhält der Tafel-Landesverband vom Sozialministerium. Bietigheim profitiert nur indirekt.

Das Landessozialministerium hat angekündigt, den Landesverband „Tafel Baden-Württemberg“ mit 100 000 Euro zu fördern, „um dessen Arbeit insbesondere bei der Verteilung der Waren zu unterstützen. Die Förderung kommt über die Tafelläden vor Ort direkt bei den Menschen an“. Der Anteil der Warenspenden, die vom Lebensmitteleinzelhandel in die Tafelläden gelangten, nehmen laut Ministerium immer mehr ab. Weil nun vermehrt Großspenden ankämen, habe die Landesgeschäftsstelle eine größere Steuerungsaufgabe.

„Die Tafeln stärken die Hilfe zur Selbsthilfe und das bürgerschaftliche Engagement von und für Menschen in Not“, sagt Staatssekretärin Dr. Ute Leidig. Es bleibe staatliche Aufgabe, für die Förderung sozialer Gerechtigkeit und die Verwirklichung sozialer Sicherheit zu sorgen.

Geld hilft indirekt

„Was bringt die Förderung den Tafeln vor Ort?“, hat die BZ Johannes Schockenhof, Vorsitzender des Bietigheim-Bissinger Tafel-Vereins gefragt. Die Förderung komme indirekt auch der Bietigheimer Tafel zugute. „Eine direkte finanzielle Zuwendung an die Tafeln ist mir bislang nicht bekannt“, so Schockenhoff einschränkend. Die Aussage, dass staatliche Aufgabe bleibe, für die Förderung sozialer Gerechtigkeit und die Verwirklichung sozialer Sicherheit zu sorgen und das dazu auch die Bekämpfung von Armutsursachen gehöre, gefalle Schockenhoff besonders. „Denn das ist ja immer wieder unsere Forderung, dass wir Tafeln nicht dazu missbraucht werden dürfen, die staatliche Daseinsvorsorge mit dem Verweis auf günstige Einkaufsmöglichkeiten bei Tafeln zu reduzieren.“

Begehrte Artikel begrenzt

Im übrigen könne er bestätigen, dass aktuell weniger Ware bei den Tafeln ankommt. Noch sei es genug, damit alle Kunden auch am Ende eines Öffnungstages ausreichend einkaufen können, aber begehrte Artikel müssten dafür begrenzt werden oder gingen auch vor Ladenschluss aus. 

„Dies wird auch durch Aktionen mancher Supermärkte verschärft, selbst ihre überschüssige Ware durch Preisreduzierungen zu verkaufen“, erklärt Schockenhoff. Dem könne man aber auch eine positive Seite abgewinnen, erhöhe sich dadurch doch das Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln und das Bemühen, diese nicht wegzuschmeißen.

Info Das Land hatte den Landesverband „Tafel Baden-Württemberg e.V.“ im Jahr 2021 bereits mit einer einmaligen Zuwendung in Höhe von 50 000 Euro unterstützt. Die Zuwendung diente dazu, die Arbeit des Landesverbands für die Zeit der Corona-Pandemie zu sichern und Schließungen von Tafelläden vor Ort zu verhindern.

 
 
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