Überraschende Pleite für Bietigheimer Zweitliga-Handballer SG BBM gibt Sieg aus der Hand

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Die löchrige Abwehr (links im Bild: Paco Barthe) und ein gebrauchter Tag von Keeper Aron Edvardsson verhinderten einen Heimsieg der Bietigheimer gegen Eisenach.⇥ Foto: Marco Wolf via www.imago-images.de

Im vorletzten Heimspiel der Saison unterliegt der Bietigheimer Zweitligist vor 250 Zuschauern Kellerkind ThSV Eisenach überraschend mit 32:35.

Wie sehr die Anwesenheit von Publikum eine Mannschaft beflügeln kann, bewiesen die Zweitliga-Handballer der SG BBM Bietigheim am Samstagabend. Zumindest eine ganze Weile. Vor erstmals seit Oktober letzten Jahres wieder zugelassenen 250 Zuschauern in der Sporthalle am Viadukt, die sich alle Mühe gaben, ihre Farben nach vorne zu peitschen, legte die Mannschaft von Trainer Brian Ankersen gegen Kellerkind Eisenach richtig gut los. Mit 5:1, 9:4 und 12:7 hatten die furios aufspielenden Hausherren bereits in Führung gelegen, nur um am Ende doch noch mit 32:35 den Kürzeren zu ziehen. „Ich habe noch nicht ganz begriffen, dass wir das Spiel verloren haben. Wir haben 40 Minuten lang dominiert“, versuchte Ankersen nach der Partie zumindest das eigentlich Unerklärliche in Worte zu fassen.

Furioser Start der SG BBM

Denn  angetrieben von Toptorjäger Christian Schäfer, dem wuseligen Kreisläufer Jonathan Fischer und vor allem dem dynamischen Jonas Link im Rückraum hatte die SG BBM ihren Kontrahenten, der durch den unerwarteten Auswärtsieg den Klassenverbleib eintütete, eigentlich voll im Griff.

Doch da der sonst eigentlich so stabile Bietigheimer Torhüter Aron Edvardsson einen rabenschwarzen Tag erwischte und auch seine Vorderleute ihren Job bestenfalls halbherzig verrichteten, kam Eisenach bis zur Pause wieder auf 18:16 heran. Und auch wenn Ankersen nach der Partie seinen Torhüter in Schutz nahm und vor allem die Defensivarbeit seiner Truppe rügte („Der Grund für die Niederlage liegt ganz eindeutig in der Abwehr“), war die Leistung seines Keepers in dessen drittletztem Spiel für die SG BBM zumindest ausbaufähig. Gerade einmal fünf Bälle parierte der 31-Jährige in 45 Minuten Spielzeit. Nach der Saison verlässt Edvardsson Bietigheim in Richtung seiner isländischen Heimat, wo er bei seinbem Ex- Klub Haukar Hafnarfjörður Handball einen Dreijahresvertrag unterschrieben hat, doch am Samstag ereilte den Torhüter noch kurz vor dem Abschied die Höchststrafe als er für Lucas Reich weichen musste. Das 19-jährige Talent, das nur aufgrund der Verletzung der eigentlichen Nummer zwei, Nick Lehmann, in den Kader gerutscht war, machte seine Sache unaufgeregt und ordentlich, parierte vier Bälle, darunter einen Strafwurf.

Doch die Niederlage, die sich seit der ersten Führung der Gäste zum 25:24 durch den achtfachen Torschützen Daniel Hideg eine Viertelstunde vor dem Ende immer mehr abgezeichnet hatte, konnte auch der 19-Jährige nicht verhindern. Einen einfachen Grund für den Sieg seiner Truppe fand Gästecoach Markus Krauthoff-Murfuni nach Spielende: „Am Ende haben wir den Sieg auch ein bisschen mehr gewollt.“

Bietigheims Kreisläufer und Abwehrrecke Nils Boschen stellte sich bei seiner Analyse dagegen indirekt auch selbst mit an den Pranger: „Wenn man 35 Gegentore in der eigenen Halle kassiert, dann hat es auf jeden Fall in der Abwehr nicht gestimmt“, so der 28-Jährige selbstkritisch.

 
 
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