Unsicherheit über Corona-Verordnung Gästeführerin steht in den Startlöchern

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Mehr als ein Jahr ist es her, dass Katrin Held ihre Gäste über die Himmelsleiter bei Besigheim führen konnte. Jetzt steht sie in den Startlöchern, wie sie sagt.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Seit Dienstag weiß Katrin Held, das sie ihren Beruf wieder ausüben darf – wenn auch nur eingeschränkt.

Auf ihrer Facebook-Seite schaut Katrin Held entspannt und neugierig aus dem Fenster. Doch das Nichtstun ist eigentlich nicht ihre Sache. Viel lieber würde die professionelle Gästeführerin wieder mit einer Gruppe von Besuchern durch Besigheim oder die Weinberge im Neckartal laufen. Doch erst seit Dienstag weiß sie, dass sie ihren Beruf wieder ausüben darf – wenn vorerst auch nur eingeschränkt.

Zwischen 100 und 120 Gruppen führt die Ottmarsheimerin zu normalen Zeiten jährlich und erläutert ihnen die Schönheiten der Stadt und  der Natur. „Das ist mein Beruf“, sagt sie. Im vergangenen Jahr konnte sie ihn lediglich noch 20 Mal ausüben, in diesem Jahr noch gar nicht. Seit Oktober vergangenen Jahres war es ihr unmöglich.

Seitdem ist die Gästeführerin wie so viele andere Berufsgruppen auch auf das Internet ausgewichen. Anlass bot ihr zuletzt der Welt-Gästeführertag Ende Februar. Auf ihrem eigenen Youtube-Kanal hat sie Videos mit Führungen durch Besigheim und Ottmarsheim veröffentlicht. Dort gibt es auch weitere Beiträge von Held mit Geschichten aus dem Dorf, mit Informationen über Wein und Weinberge und mit einer Einführung in die Tücken des schwäbischen Dialekts. Nach Schulungen und mit einigen vorbereitenden Übungen habe sie den Umgang mit Ton und Fotos für ihre Beiträge „inzwischen im Griff“, wie sie sagt. Der nächste Streifen zum „Tag des Buches“ sei schon in Vorbereitung. Seit Anfang der Woche allerdings steht sie mit regulären Führungen „in den Startlöchern“. Für das Wochenende haben sich bereits einige Neugierige bei ihr angemeldet. Und selbst wenn man bei den Führungen künftig auf die Probe von regionalem Wein verzichten müsste: „Dann gibt es eben Traubensaft.“

In den ersten Tagen nach der aktuellen Corona-Verordnung hatte sie noch die Unsicherheit begleitet, ob es überhaupt wieder erlaubt ist, sich gewerblich oder touristisch mit einer größeren Anzahl von Personen im Freien  zu treffen. Kontaktarmer Sport, beispielsweise Radfahren oder Tennis, darf im Freien wieder mit maximal zehn Personen betrieben werden. Auch Wandergruppen dürfen sich wieder treffen.

Zu Gästeführungen ist in der Corona-Verordnung des Landes explizit nichts zu entdecken. Verstößt man dagegen, kann es teuer werden, wie Berufskollegen von Held erfahren mussten. Schließlich brachte ein Anruf auf dem Ordnungsamt in Hessigheim die erhoffte Information: Sie dürfe sich mit einem weiteren Haushalt, maximal fünf Personen, treffen und durch die Weinberge gehen.

Katrin Held äußert ein gewisses Verständnis für die Unsicherheit. Die Regierung müsse an viele Berufsgruppen denken, da werden „immer wieder welche nicht erwähnt“, sagt sie.  Über dessen Facebook-Seite hat sie sich sogar an Ministerpräsident Kretschmann gewandt. Doch dort waren bis dahin schon 700 Kommentare und Anfragen zu finden, sagt sie. Das müsse erst einmal abgearbeitet werden.

Info Die Videobeiträge über Ottmarsheim und Besigheim, die Katrin Held anlässlich des Welt-Gästeführertages erstellt hat, können auf der Internetseite der Stadt Besigheim aufgerufen werden.

www.besigheim.de

 
 
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