Verkehrsinitiative aus Ochsenbach will Tempo 30 und Zebrastreifen Neue Poller, alte Probleme

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Wenig erfreut zeigt sich die Initiative Verkehr im Kirbachtal um Karl-Heinz Böckle sowie Dieter und Fabian Köstlin (von links) darüber, dass die Dorfstraße zwar nun graue Poller hat, ihre Forderungen aber (noch) nicht umgesetzt wurden. ⇥ Foto: Helmut Pangerl

Die Ortsdurchfahrt in Ochsenbach hat ihr neues Parkkonzept inklusive neuer Poller. Doch die Verkehrsinitiative drängt auf weitere Maßnahmen.

Vier Jahre, viele Aktionen und Diskussionen nachdem sich in Ochsenbach eine Verkehrsinitiative gebildet hat, ist nun das neue Konzept umgesetzt. Das Landratsamt sieht nun mehr Sicherheit für Verkehrsteilnehmer. Die Initiatoren der Verkehrsinitiative sind dagegen enttäuscht, dass keine ihrer Hauptforderungen bisher umgesetzt wurden. Zukünftig gilt sogar wieder Tempo 50.

Das war so weder der Initiative Verkehr im Kirbachtal noch der Stadt bewusst. Man ging davon aus, dass zumindest Tempo 40 erhalten bleibt. Doch das Landratsamt teilt auf BZ-Nachfrage mit: Die Reduzierung auf Tempo 40 in der Dorf- und Güglinger Straße „wurde im Dezember 2017 aus Verkehrssicherheitsgründen als Sofortmaßnahme befristet angeordnet.“ Und weiter: „Mit der Umsetzung des Parkierungs- und Pollerkonzepts durch die Stadt Sachsenheim wird die Verkehrssicherheit wieder gewährleistet und die Grundlage für eine Temporeduzierung entfällt.“

Fabian Köstlin, Mitinitiator der Initiative Verkehr im Kirbachtal, ist enttäuscht: „Wir hatten eigentlich schon die Hoffnung, dass weiter Tempo 30 angestrebt wird.“ Wird es auch, zumindest von der Stadt Sachsenheim. „Wir wollen Tempo 30 – und zwar ganztägig“, sagt Sprecherin Nicole Raichle. Erreicht werden soll dies über den Lärmaktionsplan, der bisher zumindest ein nächtliche Reduzierung der Geschwindigkeit vorsieht. Aus Sicht von Stadt und Initiative ist aber nur ein ganztägiges Tempo-30-Limit wirklich wirksam.

Besagter Lärmaktionsplan liegt seit geraumer Zeit beim Landratsamt. Sprecherin Caren Sprinkart macht Hoffnung, dass es bald weitergeht: „Die Unterlagen liegen uns inzwischen vollständig vor und wurden von uns geprüft.“ Aktuell werde die Vorlage ans Regierungspräsidium Stuttgart vorbereitet, „um die Zustimmung zu den beantragten Maßnahmen einzuholen.“

Zugesagt wurde auch ein Zebrastreifen auf der Höhe der Ochsenbacher Kelter. Auch hier ist der Ausgang aber noch nicht sicher. „Zum geplanten Fußgängerüberweg fehlen uns aktuell noch die konkreten Unterlagen der Stadt Sachsenheim, damit die Prüfung abschließend durchgeführt werden kann“, sagt die Landratsamts-Sprecherin.

Nun wurde zumindest einmal das neue Parkierungs- und Pollerkonzept umgesetzt. 82 Poller sind es letztlich geblieben. Das sind deutlich weniger als die laut Stadt Sachsenheim 151, die zuletzt das Stadtbild prägten, aber noch mehr als die rund 60, die zunächst geplant waren. Das Wichtigste aber: sie sind nicht mehr signalorange, sondern anthrazitfarben und greifen somit deutlich weniger ins historische Ortsbild ein.

Geparkt werden darf zukünftig nur noch auf gekennzeichneten Flächen. Laut Stadt gibt es jetzt in der Dorfstraße 38 statt 28 Parkmöglichkeiten. In der angrenzenden Güglinger Straße sind es dagegen 14 statt bisher 20. Die Umsetzung war ursprünglich bereits für Herbst 2020 geplant, die Kosten wurden auf 100 000 Euro veranschlagt.

„Die Schandflecken sind auf jeden Fall mal weg“, sieht Fabian Köstlin das Positive. Vater Dieter Köstlin, der sich ebenfalls in der Verkehrsinitiative engagiert, fügt an: „Wir sind aber mal gespannt, ob es sich tatsächlich bewährt.“ Sicher sei: „Wir werden auf jeden Fall weiterbohren. Was zugesagt ist, wollen wir schon haben“, sagt Fabian Köstlin.

Zum Beispiel mit Blick auf die umliegenden Ortschaften, aus denen sich Mitstreiter der Initiative angeschlossen haben. Die Flecken dürften durch Neuerungen in Ochsenbach nicht durch mehr Verkehr belastet werden. Fabian Köstlin betont aber mit Blick auf die bisherigen provisorischen Maßnahmen in der Dorfstraße: „Der LKW-Verkehr geht schon jetzt zunehmend durch Spielberg. Die Spielberger beklagen sich schon, weil die Ortsdurchfahrt Ochsenbach erschwert wird.“ Und er nennt ein konkretes Beispiel eines ihm bekannten Metallhändlers, der mittlerweile öfter mal den Weg über den Nachbarort wählt.

Das Landratsamt betont, es habe „zugesagt, die Verkehre vor und nach der Umsetzung zu erheben.“ Und weiter: „Die Vergleichserhebung wird noch im laufenden Jahr erfolgen.“ Der Initiative wäre ohnehin nach wie vor ein LKW-Fahrverbot fürs ganze Kirbachtal am liebsten. Doch das hat das Landrastamt mehrfach zurückgewiesen.

 
 
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