Verorgung Vorübergehend weicheres Wasser

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Seit rund 120 Jahren versorgt die Pumpstation in der Hachel Kleinsachsenheim und Großsachsenheim mit Trinkwasser. Der Tiefbrunnen in der Hachel liefert fast 60 Prozent des Eigenwassers für die beiden Stadtteile.⇥ Foto: Martin Kalb

Wegen einer kaputten Pumpe erhalten Großsachsenheim und Kleinsachsenheim mehr Bodenseewasser, das wird in Häfnerhaslach wegen trübem Wasser ebenfalls beigemischt.

Bereits seit 1900 versorgt die Quelle im Gewann „Hachel“ Kleinsachsenheim mit Trinkwasser. Auf Betreiben des sehr rührigen Kleinsachsenheimer Schultheißen Wilhelm Collmer wurde vor rund 120 Jahren, wie Hermann Albrecht vom Verein für Heimatgeschichte weiß, die Hachelquelle gefasst und eine Wasserleitung gebaut. Seit den 1950er-Jahren führt eine direkte Leitung von der Hachel-Pumpstation zum Hochbehälter und versorgt von dort die Sachsenheimer mit Eigenwasser aus der Hachel. Später wurde an dieser Pumpstation das heute noch existierende Hachelhäusle gebaut. Seit dem Zusammenschluss erhält auch Großsachenheim Trinkwasser aus der Hachel.

Förderpumpe kaputt

Jetzt ist die 17 Jahre alte Tiefbrunnen-Förderpumpe, ausgefallen. Die Pumpe kann maximal 73 Kubikmeter Wasser pro Stunde fördern. Täglich speist so der Tiefbrunnen in der Hachel rund 700 bis 800 Kubikmeter pro Tag in das Wasserleitungsnetz. Der jetzt ausgefallene Tiefbrunnen liefert normalerweise 60 Prozent des Eigenwassers für Großsachsenheim und Kleinsachsenheim. Die restlichen 40 Prozent kommen von der Hachel-Quelle und den Tiefbrunnen Streitwiesen und Mettertal. Zu 40 Prozent wird gewöhnlich dem Eigenwasser Bodenseewasser zugemischt.

Mehr Bodenseewasser

Um den jetzigen Ausfall des Hachelwassers zu kompensieren, wurde nach Auskunft von Pressesprecherin Nicole Raichle, jetzt der Anteil des Bodenseewassers erhöht. Nun werden vorläufig 75 Prozent Bodenseewasser von der Besigheimer Wasserversorgungsgruppe in das Leitungsnetz eingespeist. Dadurch verringert sich die Wasserhärte von 18 Grad deutscher Härte (dH) auf 8,1 Grad dH. Das heißt konkret, dass das Wasser durch den höheren Bodenseewasser-Anteil und einen dadurch geringeren Kalkgehalt momentan weicher ist. Die kaputte Pumpe befindet sich in einer Tiefe von etwa 60 Meter und wird schnellstmöglich gegen eine neue Pumpe ausgetauscht. Die neue Förderpumpe wird zwischen 25 000 bis 30 000 Euro kosten, so Nicole Raichle. Seitens der Stadt geht man davon aus, dass bis Ende Februar mehr Bodenseewasser beigemischt wird.

Trübes Wasser in Häfnerhaslach

Auch in Häfnerhaslach fließt momentan mehr Bodenseewasser als sonst üblich aus dem Wasserhahn. Allerdings nicht wegen der kaputten Pumpe in Kleinsachsenheim. Bei der Quelle Mollbach, die neben dem Tiefbrunnen Au für Häfnerhaslach das Eigenwasser liefert, hat sich jetzt durch Schmelzwasser und die starken Regenfälle das Wasser eingetrübt. Deshalb musste nach Auskunft von Nicole Raichle, vorübergehend die Eigenwasserförderung eingestellt werden, weil bei getrübtem Wasser die übliche Desinfektion des Wassers durch UV-Bestrahlung, nicht gegeben sei. In Häfnerhaslach ändert sich nun durch den höheren Bodenseewasser-Anteil ebenfalls die Wasserhärte, und zwar von 18 Grad dH auf 9 Grad dH. In Häfnerhaslach dauert die Umstellung voraussichtlich bis Mitte Februar.

Wegen der geänderten Mischungsverhältnisse sollten, wie die Stadt mitteilt, Haushalte mit einer Wasserenthärtungsanlage in den betroffenen Stadtteilen ihre Anlage überprüfen und eventuell neu einstellen.

Auch in den anderen Sachsenheimer Stadteile wird Bodenseewasser dem Eigenwasser beigemischt. In Ochsenbach, Hohenhaslach und Häfnerhaslach beträgt das Mischungsverhältnis von Bodenseewasser und Eigenwasser jeweils 50 Prozent, so Nicole Raichle. Spielberg erhalte ausschließlich Bodenseewasser.

Sachsenheim ist seit 1972 Mitglied in der Besigheimer Wasserversorgungsgruppe. Über die Besigheimer Wasserversorgungsgruppe bezog Sachsenheim 2019 385 000 Kubikmeter und 2020 etwa 480 000 Kubikmeter Bodenseewasser.

Info In Sachsenheim gehört die Wasserversorgung als Betriebszweig zu den Stadtwerken Sachsenheim. Zu den Versorgungsanlagen des Wasserwerks gehören vier Pumpwerke, sechs Hochbehälter und vier Tiefbrunnen. Diese sind über alle sechs Stadtteile verteilt und stellen täglich 2500 Kubikmeter und jährlich 900 000 Kubikmeter Wasser bereit.⇥

 
 
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