Vom „Einzelkämpfer“ zum fünfköpfigen Team 40 Einsätze im ersten Quartal

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Der Bereitschaftsleiter des DRK-Bönnigheim, Jens Kübler, hilft sein 14 Jahren als Helfer vor Ort verunglückten und akut erkrankten Mitmenschen.⇥ Foto: Martin Kalb

Seit 2007 gibt es die Helfer-vor-Ort-Gruppe des DRK, die in Bönnigheim und Erligheim schnell am Einsatzort ist. Die Hilfeleistungen müssen vom DRK-Ortsverein finanziert werden.

Im Jahr 2007 gab es den ersten Kurs des DRK für das Projekt Helfer vor Ort (HvO), und der Bönnigheimer Bereitschaftsleiter Jens Kübler war einer der diese Ausbildung absolvierte. Inzwischen ist aus dem Ein-Mann-Team eine Gruppe von fünf DRK-Aktiven geworden, die alarmiert über die Leitstelle bei Notfällen schnell helfen kann. Und dabei sind die Bönnigheimer fast eine Familiengruppe mit Jens Kübler, seinen Eltern Marion und Winfried sowie seinem Bruder Andreas, Fünfter im Bunde ist Simon Ranger. Doch weitere Helfer vor Ort sind erwünscht. Jens Kübler: „Wir schauen, dass wir uns noch weiter verstärken.“

Die HvO sind gut ausgebildete Ersthelfer aus der Nachbarschaft, deren Aufgabe ist es, im Ernstfall die therapiefreie Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken. Damit übernehmen die Helfer vor Ort, die ausschließlich ehrenamtlich tätig sind, eine wichtige Funktion in der Rettungskette.

Zwischen 150 und 300 Einsätze im Jahr absolvieren die Bönnigheimer HvO, und trotz der weiterhin anhaltenden Lage und Situation wegen des Coronavirus sind die Bönnigheimer im ersten Quartal 2021 zu insgesamt 40 Notfall-Einsätzen innerhalb Bönnigheim (22 Mal), Erligheim (14) Hofen (3) und Hohenstein (1) ausgerückt. Zu folgenden Notfällen wurden sie durch die Leitstelle alarmiert: Acht Mal waren es Kollapse, jeweils sechs Schlaganfälle/Hirnblutungen, Stürze, ACS/Infarkte/Kardiologische Notfälle. Außerdem leisteten sie erste Hilfe bei Traumas, Kreislaufstillstand, Verkehrsunfällen, akuter Atemnot, Bewusstlosigkeit, einer Geburt, hypertensive Entgleisung und Intoxikation. Die Einsatzkräfte übernehmen die Erstversorgung des Patienten, bis der Rettungsdienst eintrifft. Sie führen dabei lebenserhaltende Sofortmaßnahmen wie die Herz-Lungen-Wiederbelebung durch, kontrollieren und beobachten Vitalparameter, übergeben die Patienten dem Rettungsdienst und unterstützen diesen. Kübler: „Sind die Patienten auf dem Weg ins Krankenhaus, ist der Einsatz der Helfer vor Ort manchmal noch nicht vorbei. Bei Bedarf betreuen wir auch kurzzeitig Angehörige der Patienten.“

„Der Dienst der Helfer vor Ort ist für die Bevölkerung kostenlos“, betont Kübler. Die Kosten hierzu trägt grundsätzlich der DRK-Ortsverein Bönnigheim mit seinen 25 Mitgliedern, darunter zwölf Aktive in der Einsatzgruppe, und werden nicht durch Kostenträger wie etwa Krankenkassen oder Kommunen übernommen. Für Materialien, wie Defi-Pads, Sauerstoffflaschen, Verbandsmittel oder Beatmungsbeutel, aber auch für Wartung des Einsatzfahrzeugs fallen dabei jährlich leicht Kosten zwischen 2000 und 4000 Euro an. Kübler. „Um die laufenden Kosten jedoch auch zukünftig finanzieren und leisten zu können, benötigen wir gerade jetzt die Unterstützung aus der Bevölkerung. Schon mit einer kleinen Spende kann man uns helfen, damit wir weiterhin aktiv helfen können.“

Info Helfer vor Ort gibt es im nördlichen Landkreis beim DRK Kirchheim, in Besigheim, das auch Ottmarsheim und Löchgau betreut. Auch in Freudental gibt es eine HvO-Gruppe, die sich als Besonderheit aus Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Freudental zusammensetzt.

 
 
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