Wechsel in der Kreisliga VfB Tamm bedauert Verlust des Erzrivalen

Von Andreas Eberle
In der Saison 2021/22 standen sich Asperg und Tamm noch in der Kreisliga A2 gegenüber. In der neuen Runde fällt das Derby aus – weil der TSV in die A1 eingruppiert worden ist. Hier kämpfen die TSV-Kicker Jannik Offenbächer und Yulian Binder gegen Tamms Jannik Stangl um den Ball. Foto: Avanti/Ralf Poller

Die Staffeleinteilung im Fußball-Bezirk Enz/Murr ist fix. Der TSV Asperg wechselt temporär aus der Kreisliga A2 in die A1. Der Auslöser sind die vielen Absteiger aus der Bezirksliga.

Der VfB Tamm geht in der Fußball-Kreisliga A2 als Topfavorit in die neue Saison – dank mehrerer prominenter Neuzugänge vom Oberliga-Nachbarn FSV 08 Bietigheim-Bissingen sowie dem neuen Trainer Alfonso Garcia. Der Lokalrivale ist dem Klub allerdings abhandengekommen: Der TSV Asperg, dessen Sportplatz keine vier Kilometer entfernt liegt, tritt 2022/23 in der A1 an – genauso wie Vizemeister TSC Kornwestheim.

„Das Derby wird uns fehlen. Wir bedauern, dass Asperg nicht mehr mit uns in derselben Liga spielt. Für die Zuschauer waren die Spiele immer besonders interessant“, sagt Tamms Abteilungsleiter Andreas Sagert. Sein VfB und der TV Möglingen waren neben Asperg die beiden anderen Wechselkandidaten gewesen. Bereits für die Spielzeit 2023/24 ist immerhin der Rückwechsel des TSV in die A2 vorgesehen. Eventuell spielt Tamm dann aber bereits eine Liga höher.

Puzzlespiel nötig

Der verschärfte Abstieg aus den oberen Ligen hatte bei der Staffeleinteilung auf Bezirksebene ein kleines Puzzlespiel nötig gemacht. Denn aus der Landesliga sind mit dem SV Leonberg-Eltingen, dem TV Pflugfelden und dem SV Kornwestheim drei Klubs in die Bezirksliga Enz/Murr abgestiegen. Von dort verabschiedete sich sogar gleich ein halbes Dutzend Teams in die Kreisliga A. Vier der fünf direkten Absteiger – der TSV Schwieberdingen, die SKV Rutesheim II, der TSV Merklingen und der TSV Höfingen – landeten in der A2 und blähten dort das Feld auf. Der MTV Ludwigsburg kam in die A1, der in der Relegation unterlegene TASV Hessigheim in die A3.

Mit der Versetzung des TSV Asperg und des TSC Kornwestheim sowie der Einordnung des TSV Grünbühl II in die A3 gibt es in der zweituntersten Spielklasse nun wieder ausgeglichene Teilnehmerfelder. Alle drei A-Ligen gehen mit 16 Teams an den Start, in der Bezirksliga sind wie gehabt deren 18 aktiv – und in jeder dieser Ligen sollten es eigentlich weniger sein. Darauf weist auch Ingo Ernst hin. „Bei der Bezirksliga sind 16 Vereine und bei der Kreisliga A jeweils 15 das Soll-Ziel“, erläutert der Bezirksvorsitzende. Die Folge: Auch in der anstehenden Runde ist ein Hauen und Stechen im Tabellenkeller programmiert. Etwa in der Bezirksliga, aus der am Saisonende im krassesten Fall acht Vereine direkt absteigen.

Einspruch der B-Ligisten

Schon in der Post-Corona- Spielzeit 2021/22 war der Unmut in der Szene über den verschärften Abstieg groß gewesen. Doch Ernst hält dagegen: „Die Vereine wissen schon vor der Saison, welche Regeln gelten. Sie haben 34 Spieltage Zeit, die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln. Wenn wir 20 Bezirksligisten hätten, müsste die Runde schon Anfang August beginnen – und dann wäre das Geschrei ebenfalls groß gewesen.“

Dem Bezirkschef zufolge seien nur aus der Kreisliga B Einwände gegen die Staffeleinteilung gekommen – allerdings gleich elf an der Zahl. Eine Beschwerde veranlasste den Bezirk zu einer Umgruppierung. Laut Ernst wollte der SV Riet nicht in derselben Staffel antreten wie der VfB Vaihingen (B6), nachdem der Klub im Jahr zuvor viele Kicker an den Stadtrivalen verloren hatte. „Für uns war das ein legitimer Grund“, sagt der langjährige Schiedsrichter aus Oßweil. Riet gehört jetzt der B5 an. „Meist stecken eigene Interessen hinter den Einsprüchen. Oft kommen die Vereine erst, wenn die Messe schon gesungen ist“, berichtet Ernst und betont: „Wir sind jederzeit bereit, mit den Vereinen in eine Diskussion einzusteigen – erst recht, wenn uns ein tragfähiges Konstrukt präsentiert wird.“

Aramäer Bietigheim neu dabei

Wie in der Vorsaison gehen auch 2022/23 wieder insgesamt 191 Teams aus dem Bezirk auf Torejagd. Das Aushängeschild ist der Regionalliga-Neuling SGV Freiberg. Zu- und Abgänge hielten sich die Waage. Mehrere zweite und dritte Mannschaften wurden nicht mehr gemeldet. Neu dabei sind 07 Ludwigsburg Fußball (B1) und die Aramäer Bietigheim (B8) – beides Neugründungen – sowie die zweiten Mannschaften des TKSZ Ludwigsburg (B3), des FC Mezopotamya Bietigheim (B6) und des SKV Erligheim (B7). Nach einem Jahr Pause kehrt außerdem der TSV Schafhausen (B4) in den Spielbetrieb zurück.

 
 
- Anzeige -