Wenig ansprechendes Ambiente Note vier für Sachsenheims Innenstadt

Von Martin Hein
Das Stadtbild wurde mit der Note vier bewertet. Zudem wurde kritisiert, dass in der Innenstadt nichts los sei. Foto: /Martin Kalb

Eine Standortanalyse und ein Ergebnisbericht über die Großsachsenheimer Innenstadt fördert wenig Erfreuliches und Neues zutage. Das Stadtambiente wurde als wenig attraktiv eingestuft.

Der stationäre Einzelhandel unterliegt seit Jahrzehnten einem Strukturwandel. Der Abfluss von Kaufkraft in den Online-Handel durch die zunehmende Digitalisierung macht auch vor Großsachsenheim nicht Halt.

Katharina Wagner vom Team „Innenstadtberater“ der IHK Region Stuttgart hat die Innenstadt von der Bahnlinie bis zur Hauptstraße / Obere Straße unter die Lupe genommen und eine Standortanalyse sowie einen Ergebnisbericht zu diesem Thema vorgelegt. Dazu wurden Interviews in Innenstadtbetrieben durchgeführt, Passanten befragt, ein Digitalisierungs-Check der Innenstadtbetriebe durchgeführt und Ideen und Maßnahmenvorschläge erarbeitet.

Schwächen und Stärken

Mit Hilfe einer sogenannten SWOT-Analyse, bei der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken dargestellt werden, hat Katharina Wagner die Ergebnisse vorgestellt. Die gute Erreichbarkeit sowohl mit dem Auto als auch mit dem ÖPNV sowie das attraktive Schloss mit Schlosspark, der Wochenmarkt und der Einkaufsgutschein wurden als Stärken bei der Untersuchung genannt. Ein wenig attraktives Stadtambiente, die langgezogene Durchgangsstraße, ein zu geringes Einzelhandelsangebot, keine Blumen- Obst oder Gemüseläden, Dauerparker und wenig Gastronomie haben sich als Schwachpunkte bei der Untersuchung herauskristallisiert.

Als Chancen wurde das Schloss mit Park für Events, die Verbesserung des Ambientes, mehr Frequenz durch Außengastronomie, bessere Auffindbarkeit der Parkplätze, eine Reduzierung auf Tempo 30, ein zusätzlicher Markttag und Social Media als Informationsquelle genannt. Risiken sahen die Befragten bei der Abwanderung der Kundschaft, dem damit einhergehenden Frequenzverlust, einer Verschlechterung des Branchenmixes, der Überalterung der Kundschaft und „keinem Leben in der Innenstadt“.

59 Prozent der Befragten bewerteten das Stadtbild mit der Schulnote vier oder schlechter.

Das Einzelhandelsangebot im Städtle wurde von 46 Prozent ebenfalls mit der Note vier oder schlechter bewertet. Mit der Note 2 oder 1 wurden die Öffnungszeiten und das Dienstleistungsangebot bewertet. Knapp die Hälfte der befragten Passanten besuchte die Innenstadt, um Einkäufe zu erledigen, 43 Prozent wohnten in der Innenstadt, 19,7 Prozent waren wegen der Inanspruchnahme von Dienstleistungen im Städtle unterwegs.

Ein Prozent Touristen

Immerhin 18,4 Prozent der Befragten wollten schlichtweg die Atmosphäre genießen, 14 Prozent gingen zur Arbeit und knapp ein Prozent waren Touristen.

Immerhin haben 40 der 51 Unternehmen in der Innenstadt eine eigene Webseite, 33 davon wurde ein guter Aufbau attestiert. Ein vollständiger und richtiger Google Business-Eintrag ist nach Auskunft von Katharina Wagner bei den meisten vorhanden. Aus diesen Untersuchungsergebnissen leitete Katharina Wagner folgende Maßnahmenvorschläge ab: Das Wasserschloss und der Schlossgarten sollten attraktiver gestaltet und bespielt werden, die Abstimmung und Kommunikation der beteiligten Akteure sollten verbessert und das Einzelhandelskonzept fortgeschrieben werden.

Ausbau des Wochenmarkts

Kurzfristig seien der Ausbau des Wochenmarktes, die digitale Sichtbarkeit des Standortes, die Außendarstellung der Innenstadtbetriebe, die digitale Sichtbarkeit der Innenstadtbetriebe und die Grünflächengestaltung umsetzbar. Mittelfristig könne man die Parksituation, Platzgestaltung, Stadtmöblierung, den Angebotsausbau und die Vermarktung realisieren.

Lars Weydt (CDU) bemerkte nach dem Ergebnisbericht, dass man das Thema Innenstadtbelebung schon mehrfach behandelt habe. Die SWOT-Analysen stufte Weydt als hilfreich ein. Helga Niehues (SPD) kam zu dem Schluss „die Ergebnisse haben mich nicht überrascht“. Vor allem die Entwicklung der Gastronomie bereite ihr Sorge. Sie hoffe, dass der BdS die zentralen Ideen aufnehme und umsetze.

Günter Dick (GLS) stufte die Ergebnisse ebenfalls als nicht neu ein. Wichtig sei, dass etwas umgesetzt werde, „nicht nur der BdS, die Stadt muss was tun“, so Dick. Hugo Ulmer (CDU) wies darauf hin, dass die CDU bereits vor Jahren eine Parkraumbewirtschaftung angemahnt habe, „nichts hat sich getan, da muss dringend was gemacht werden“. Bürgermeister Holger Albrich antwortete, dass ihm das Problem der Parkraumbewirtschaftung bekannt sei.

 
 
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