Wer holt den ersten Titel der Saison - Meister Dortmund oder Pokalsieger Bietigheim? Brisantes Duell um den Supercup

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Bietigheim, Deutschland 24. August 2021:HBF - 21/22 - Testspiel - SG BBM Bietigheim vs. Metz HandballInger Smits (Bietigheim) Foto: Marco Wolf

Meister Borussia Dortmund und Pokalsieger SG BBM Bietigheim kämpfen um den ersten Titel der Saison. Drei Personalien bergen zusätzlichen Zündstoff.

Mit einer großen Gala eröffnen Borussia Dortmund und die SG BBM Bietigheim an diesem Samstag (19.30 Uhr/Live auf Eurosport 1) die Spielzeit 2021/22. Beim Duell der beiden Branchenführer im Frauenhandball geht es um den Supercup und damit den ersten Titel der Saison. Für den Deutschen Meister aus Westfalen ist die Teilnahme eine Premiere. Der Pokalsieger aus Schwaben ist in dem Wettbewerb schon zweimal angetreten und hat die Trophäe jedes Mal auch gewonnen – 2017 und 2019. 

Die Bietigheimerinnen gehen in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle, in der 500 Fans zugelassen sind, als Favorit aufs Feld, nicht zuletzt aufgrund der namhaften Neuverpflichtungen. Eine Rolle, die Markus Gaugisch gerne annimmt. Gleichwohl weist der SG-Trainer auf die Unwägbarkeiten eines solchen Finales hin. „Was auf dem Papier steht, ist die eine Sache, die Realität sieht oft etwas anders aus. Bei so einem einmaligen Spiel haben auch Faktoren wie die mentale Verfassung, die Tagesform oder der Heimvorteil Einfluss.“

Drei Personalien heizen den Knaller zusätzlich an: Mit den niederländischen Olympia-Teilnehmerinnen Kelly Dulfer und Inger Smits sind zu dieser Runde gleich zwei internationale Stars nach Bietigheim-Bissingen gewechselt, die von 2019 bis 2021 noch ins BVB-Trikot geschlüpft sind. Beide hatten in der vergangenen Saison maßgeblichen Anteil an der ersten deutschen Meisterschaft der Borussinnen.

Den umgekehrten Weg ging Rechtsaußen Amelie Berger. Die 22-jährige DHB-Auswahlspielerin verließ die SG BBM und unterschrieb in Dortmund einen Zweijahresvertrag. „Diese Wechsel tragen noch zur ohnehin schon großen Brisanz und Rivalität beider Klubs bei“, weiß Gaugisch. Zumal der Abschied von Dulfer und Smits nicht ganz geräuschlos vonstattengegangen ist. So galt ihr Verhältnis zu BVB-Trainer André Fuhr als zerrüttet. „Das war für mich das Allergrößte, dass André Fuhr da ruhig geblieben ist beim permanenten Piesacken von Kelly und Inger“, sagte erst diese Woche Dortmunds Handball-Boss Andreas Heiermann in einem Interview mit den „Ruhr Nachrichten“. Gaugisch will dagegen kein weiteres Öl ins Feuer gießen: „Ich habe keine Lust nachzutreten.“

Acht Übungseinheiten haben Dulfer und Smits bisher mit ihrer neuen Mannschaft absolviert. Beim 28:25-Sieg am Mittwochabend im Testspiel gegen Frankreichs Vizemeister Metz gaben beide ihren Einstand und erwiesen sich auf Anhieb als belebende Elemente im Bietigheimer Spiel. „Kelly und Inger sind eine super Bereicherung für uns – nicht nur handballerisch, sondern auch menschlich“, sagt Gaugisch. Ein Vorteil: Gemeinsam mit Danick Snelder spielen die Rückraum-Asse seit Jahren im niederländischen Nationalteam, was die Integration auch im Verein erleichtert. Zuletzt war das Trio beim olympischen Turnier in Tokio für Oranje am Ball.

Snelder löst Naidzinavicius ab

Apropos Snelder. Die 31-jährige Kreisläuferin hat Gaugisch zur neuen Kapitänin ernannt, als Nachfolgerin von Kim Naidzinavicius. „Ich habe mich entschlossen, diesen Impuls zu setzen. Da hat es eine offene Kommunikation gegeben“, erläutert der Coach. Seine Entscheidung will er aber keineswegs als Misstrauensvotum gegen die langjährige Führungsfigur verstanden wissen: „Kim wird bei uns weiter einen riesigen Beitrag leisten, ob als Kapitänin oder nicht. Das wird sie jetzt ganz sicher nicht hemmen, sich einzubringen.“

 
 
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