Wimmelbuch für Bietigheim-Bissingen In Bietigheim wimmelt’s an sieben bekannten Orten

Von Heidi Vogelhuber
Im neuen Wimmelbuch von „Hallo Ludwigsburg“ ist Bietigheim-Bissingen zu entdecken. Im Ausschnitt: die Obere Hauptstraße. Foto: Wimmelbuch „In Bietigheim-Bissingen wimmelts“, Illustration: Brigitte Kuka Foto:  

Die Stadt an Enz und Metter hat nun ein eigenes Wimmelbuch. Dahinter stecken Tabea Lerch und Deborah Schulze-Claußnitzer von „Hello Ludwigsburg“.

Der Turm der grauen Pferde und die Villa Visconti sind zu sehen – aber was ist das? Die Hillerschule brennt und wird von der Freiwilligen Feuerwehr Bietigheim gelöscht, die mit dem feuerroten Porsche angerückt ist. Außerdem reiten drei Kinder auf der Pavian-Skulptur von Fritz Melis an einem Rapper vorbei, bei dem es sich um Rin, Bausa oder Shindy handeln könnte.

„In Bietigheim-Bissingen wimmelts“ heißt das Wimmelbuch, das es seit Kurzem zu kaufen gibt und der Titel hält, was er verspricht. Auf 16 detailverliebten Seiten können Kinder, aber auch Erwachsene, Bietigheim-Bissingen mit einem Augenzwinkern entdecken. Hinter der Bucherscheinung stecken Tabea Lerch und Deborah Schulze-Claußnitzer. Die beiden betreiben das Online-Stadtmagazin „Hallo Ludwigsburg“ für Ludwigsburg und Umgebung und wollen mit ihrer Arbeit zeigen, „wie schön die Region ist“, sagt Tabea Lerch im Gespräch mit der BZ.

Wimmelbuch über Ludwigsburg

Im September 2021 haben die beiden Gründerinnen sich einen Wunsch erfüllt und ein Wimmelbuch für Ludwigsburg herausgebracht (die BZ berichtete). Über eine Crowdfunding-Aktion haben sie das nötige Budget zusammenbekommen und entwickelten gemeinsam mit der Illustratorin Brigitte Kuka das kleinteilige Buch rund um Ludwigsburg. Die erste Auflage bestand aus 7000 Exemplaren und war nach sieben Wochen komplett ausverkauft. Das hat die beiden Frauen nicht nur gefreut, sondern auch motiviert, ein zweites Wimmelbuch herauszubringen. „Jetzt wissen wir ja wie’s geht“, sagt Lerch schmunzelnd. Die Stadt an Enz und Metter habe sich angeboten mit den zahlreichen einzigartigen Gebäuden, Wahrzeichen und Veranstaltungen. „Wir sind dann auf die Stadtverwaltung zugegangen“, berichtet die Ludwigsburgerin. Es ist daraufhin zur Kooperation zwischen „Hallo Ludwigsburg“, der Stadt Bietigheim-Bissingen und der Bietigheimer Wohnbau gekommen. „Im Februar sind wir mit der Illustratorin Brigitte Kuka sowie Ina Klein vom Social-Media-Team der Stadt durch Bietigheim gelaufen und haben geschaut, was wir alles unterbringen können“, sagt Lerch. Auch viele Stadt-Insider seien dadurch in die Zeichnungen eingeflossen. Entstanden sind 16 Seiten mit handgezeichneten und aquarellierten Bildern, die anschließend eingescannt wurden. „Brigitte Kuka ist ein echter Profi, deswegen haben wir uns auch für sie entschieden“, erklärt Lerch die Wahl der Bielefelderin. Es sei bereits das zehnte Wimmelbuch, das die Illustratorin bebildert.

Viele in Bietigheim bekannte Orte und Ereignisse haben es in das Buch geschafft, neben dem beschriebenen Geschehen auf dem Hillerplatz unter anderem der Bürgergarten, der Pferdemarkt, selbstredend das Viadukt und der Marktplatz, aber auch das Ellental mit Freibad und EgeTrans-Arena.

Spiel mit Zeit und Perspektive

„Da haben wir ein wenig geschummelt, es sind nämlich zwei Spiele parallel zu sehen: Eishockey und Handball“, erklärt Lerch. Beide Sportarten gehören fest zu Bietigheim, mussten also auch ins Wimmelbuch. Ähnlich steht es um den Marktplatz, der zeitgleich den traditionellen Wochenmarkt, aber auch den Sternlesmarkt zeigt. Örtlichkeiten und Jahreszeiten hat die Illustratorin kombiniert, um möglichst viele Facetten Bietigheims zu zeigen. So schummelte Kuka etwas mit der Perspektive, sodass das Ku(h)riosum in ihrem Bild vom Bürgergarten aus noch zu sehen ist. Auch Bissingen hat ein eigenes Motiv mit Rommelmühle und Kanus auf der Enz bekommen.

Das Bietigheimer Wimmelbuch kommt, wie bereits das Ludwigsburger Exemplar, ohne Text aus, was beabsichtigt sei. „Dadurch sollen Kinder zum Sprechen und selbst entdecken und formulieren angeregt werden“, erklärt Lerch die pädagogische Intension. Außerdem funktioniere das Buch so auch auf anderen Sprachen.

Actionreiche Szenen zu finden

Dass die Hillerschule brennt und in der Bahnhofsszene ein Unfall zwischen Bus und Taxi zu sehen ist, soll es für die kleinen Entdecker nochmals spannender machen. Auch gibt es wiederkehrende Figuren, die sich durch das Bilderbuch ziehen. Die Kinder Kira und Ramesh erleben auf jeder Seite etwas Neues und Opa Justus’ Hund Bruno büxt immer wieder aus. Ein Pärchen verliebt sich und bekommt ein Baby, auch Pony Milly mischt überall mit.

„Wir haben beim Ludwigsburger Wimmelbuch die Erfahrung gemacht, dass es gar nicht nur für Kinder interessant ist“, sagt Tabea Lerch. Von Menschen aus verschiedenen Generationen habe sie gehört, dass das Bilderbuch Freude bereite und alleine schon wegen der vielen bekannten Orte sehenswert sei. „Wir haben bislang schon viel positives Feedback bekommen“, sagt sie.

Ob es noch ein weiteres Wimmelbuch geben wird? „Nun ja, aller guten Dinge sind drei“, sagt Lerch, lacht und ergänzt: „Das Entwickeln der beiden Wimmelbücher hat uns großen Spaß gemacht.“ Es gebe zwar noch keine konkreten Pläne für eine dritte Stadt, aber die beiden Unternehmerinnen könnten sich sehr gut vorstellen, es in einer weiteren Stadt wimmeln zu lassen. Genügend schöne und interessante Orte gebe es ja im Landkreis und in der Region.

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