WM-Showdown für DFB-Elf So würde Tamms Trainer Garcia gegen Spanien spielen

Von Andreas Eberle
Der Tammer Trainer Alfonso Garcia empfiehlt dem deutschen Team gegen Spanien eine aggressive Spielweise. Foto: Avanti/Ralf Poller

Alfonso Garcia, der spanische Trainer des VfB Tamm, zeigt eine Taktik auf, wie das deutsche Nationalteam am Sonntagabend im WM-Duell gegen die Iberer bestehen kann – und empfiehlt eine aggressive Spielweise.

Wie lässt sich „La Furia Roja“, die rote Furie, wie Spaniens Fußball-Nationalmannschaft in der Landessprache genannt wird, zähmen? Vor dieser Frage stehen Hansi Flick und sein Trainerstab vor dem Schlüsselspiel der DFB-Elf bei der WM am Sonntag gegen die Iberer. Einer, der beide Mannschaften aus dem Effeff kennt und sich in der hiesigen Trainerszene einen Namen gemacht hat, ist Alfonso Garcia. Der 53-jährige Löchgauer, der seit dieser Saison den A-Ligisten VfB Tamm coacht, hat für das deutsche Team einige Tipps parat – auch wenn das Herz des in Valencia geborenen Spaniers eher für die Elf aus seinem Heimatland schlägt.

Schwachpunkt Busquets

„Du musst aggressiv spielen, die Zweikämpfe hart führen und die Räume eng machen. Nur so kannst du den Spaniern den Zahn ziehen und ihnen die Lust am Fußballspielen nehmen“, sagt Garcia. Als ein Schwachpunkt hat er Sergio Busquets ausgemacht, der im defensiven Mittelfeld kickt. Der Mann vom FC Barcelona sei zwar ein begnadeter Ballverteiler und spiele nahezu fehlerlos mit ein, zwei Kontakten den typisch spanischen Tiki-Taka-Fußball. „Aber er ist mit 34 Jahren nicht mehr der Schnellste und auch nicht der Zweikampfstärkste. Das könnten sich die Deutschen zunutze machen.“

Ansonsten sieht Garcia den zweiten deutschen Gruppengegner aber weltmeisterlich aufgestellt – erst recht unter dem Eindruck des 7:0-Kantersiegs am Mittwoch gegen Costa Rica. Von den Mittelfeld-Talenten Gavi und Pedri, gerade mal 18 und 19 Jahre alt, ist der frühere Bundesliga-Stürmer der Spvgg Unterhaching ebenso begeistert wie von den Angreifern Ferrán Torres, Marco Asensio und Dani Olmo. „Das sind für mich eigentlich eher Mittelfeldspieler, aber die Spanier kombinieren sich so lange durch, bis sie in einer guten Schussposition sind und schlagen dann zu. Lange Bälle oder Flanken siehst du bei der Mannschaft selten“, analysiert Garcia. Bei dem Turnier in Katar traut er seinen Landsleuten noch viel zu: „Für mich ist dieses Team ein Kandidat fürs Halbfinale – mindestens.“

Wäre Garcia an Flicks Stelle Bundestrainer, würde er die Startelf gegenüber dem Japan-Spiel auf zwei Positionen ändern: Leroy Sané, der seine Knieprobleme auskuriert hat, würde er von Anfang an aufbieten – weil jener mit seiner Schnelligkeit und individuellen Klasse ein Duell auch mal allein entscheiden könne. Als Mittelstürmer wäre für den Tammer Kreisliga-Trainer außerdem Niclas Füllkrug erste Wahl. „Füllkrug ist ein körperlich robuster Spieler und eine richtige Drecksau. Der geht voll in die Zweikämpfe und ist vor allem bei Standards gefährlich.“ Entsprechend bliebe für Chelseas Kai Havertz, der beim Auftakt gegen Japan noch als einzige Spitze begonnen hatte, zunächst nur die Reservistenrolle.

Und das Ergebnis? Garcias Tipp – ein 2:2 – dürfte Fans von Schwarz-Rot-Gold nicht gefallen. „Damit wäre Spanien schon eine Runde weiter – und Deutschland wahrscheinlich draußen“, weiß der Ex-Profi, der das Duell in Steinheim bei seiner Tochter Lorena mit der ganzen Familie anschauen wird. „Meine Sympathie gilt Spanien, aber in erster Linie will ich ein schönes Spiel sehen“, stellt Garcia fest. So entspannt wird sein Trainerkollege Flick die Sache vermutlich nicht sehen.

 
 
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