Xenia Smits tritt mit der SG BBM in Metz an Rückkehr an die alte Wirkungsstätte

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Xenia Smits (Mitte), hier im Duell gegen den Thüringer HC, kehrt mit der SG BBM für ein Spiel nach Metz zurück. Für den 23-fachen französischen Meister lief sie fünf Jahre auf. ⇥ Foto: Marco Wolf via www.imago-images.de

Xenia Smits tritt am Sonntag mit Metz in der Champions League bei ihrem langjährigen Verein an.

Fünf Jahre spielte Xenia Smits vor ihrem Wechsel nach Bietigheim in Metz. Am Sonntag kehrt die 26-jährige Profi-Handballerin in die lothringische Hauptstadt zurück. Mit der SG BBM spielt sie ab 14 Uhr gegen Metz um Champions League-Punkte. Die Auftaktniederlage gegen Esbjerg wirkt noch nach. „Mit der Art und Weise unseres Spiels waren wir nicht zufrieden“, verdeutlicht Markus Gaugisch. Der Trainer setzt darauf, dass seine Schützlinge im fünften Spiel innerhalb von 15 Tagen „ans Limit gehen, um eine Siegchance zu haben.“

Keine Bietigheimerin weiß besser als Smits, was das SG-Team erwartet: „Metz praktiziert harte Abwehrarbeit und ist immer, egal wie, pfeilschnell vorne.“ Als besondere Herausforderung für die Abwehr sieht die, ein Fernstudium in Sport-Betriebswirtschaft absolvierende Smits, die beiden gegnerischen Kreisläuferinnen: „Astride N‘Gouan ist sehr groß und schwer zu verteidigen. Die Ukrainerin Olga Perederiy ist schnell und stellt super Sperren.“

Geboren wurde Smits 1994 im flämisch sprechenden Antwerpen. In der bedeutendsten Diamantenstadt der Welt wurde der Handball-Edelstein früh von Scouts entdeckt. Bereits mit 14 zog Smits ins Handball-Internat nach Bad Wildungen, wechselte später nach Blomberg und erhielt einen deutschen Pass. Von 2015 bis 2020 trug sie das gelbe Trikot von Metz Handball.

Vier Meistertitel in fünf Jahren

In den fünf Jahren an der Mosel feierte die 1,85 Meter große Torjägerin vier Meistertitel. Nach der Saison 2018/19 wurde sie zur MVP, der wertvollsten Spielerin der französischen Liga, gekürt. Nicht nur deswegen hat sich die 57-fache Nationalspielerin in Metz wohl gefüllt. Nur eines schaffte sie nicht: „So locker zu sein wie die Franzosen. Savoir-vivre – das kann man nicht lernen. Die sind einfach so.“ Ihre letzte Saison in Metz wurde zur Leidenszeit, eine Schulteroperation stoppte sie. „Inzwischen bin ich schmerzfrei, am Rest arbeiten wir noch und ich bin fleißig bei den Physios“, so das ‚Bulletin‘ von Bietigheims Nummer 22. Neben Smits verließ auch Grace Zaadi den 23-fachen französischen Meister. Zehn Jahre lang war das Kraftpaket die Topspielerin der „Les Dragonnes“ (Drachen). Smits schätzt Metz trotzdem hoch ein: „Trainer Emmanuel Mayonnade, der 2019 die Niederlande zum WM-Titel führte, schafft es immer wieder, neue Spielerinnen schnell zu integrieren. Für Zaadi kam beispielsweise die starke Slowenin Tjasa Stanko und auf Rechtsaußen die holländische Weltmeisterin Debbie Bont.“

Am ersten Spieltag verlor Metz, in der letzten Saison immerhin unter den vier besten europäischen Teams, in Bukarest mit 26:31. Wie kann auch die SG BBM gegen Metz gewinnen? Smits hat sich ein Erfolgsrezept zurechtgelegt: „Wir müssen richtig, richtig schnell zurücklaufen, kompakt in der Abwehr stehen, hart verteidigen, gute Torhüter haben, unsere Fehlerquote im Angriff deutlich herunterschrauben, aber auch frei aufspielen. Wenn wir das abrufen, was wir können, sind wir superstark.“

Für ihre eigene Leistung ist es wichtig, dass sie außerhalb von Halle und Kraftraum Entspannung findet. „Zu Hause mache ich Yoga und Stretching. Das brauche ich, um zur Ruhe zu kommen.“ Für Hobbys ist erst nach der Handballkarriere Zeit: „Dann will ich oft Skifahren. Ich mag es ganz kalt, oder dann im Sommer ganz warm am Meer.“

 
 
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