Bönnigheim investiert in sein Kulturgut Ein weiteres Stück der Stadtmauer wird saniert

Von Birgit Riecker
Die Scheune in der Michaelsbergstraße 25/5 wurde 2020 abgerissen. Woraufhin der marode Zustand der dortigen Stadtmauer sichtbar wurde. Es besteht Sanierungsbedarf, sind sich die Gemeinderäte einig. ⇥ Foto: Martin Kalb

Löcher, Pflanzenbewuchs und lose Steine machen eine Sanierung in Teilen der Stadtmauer nötig. Eine Förderung ist allerdings nicht möglich.

Die denkmalgeschützte Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert hat es in sich. Löcher, Pflanzenbewuchs und lose Steine machen auch im Abschnitt bei der Michaelsbergstraße 25/5 eine Sanierung erforderlich. Die Kosten liegen bei rund 85 000 Euro. Zuschüsse gibt es hierfür keine. Der Technische Ausschuss gab nun „grünes Licht“ für die Sanierung.

Neuer Bauplatz entsteht

Die Stadt Bönnigheim hat 2020 die Scheune Michaelsbergstraße 25/5 abgebrochen. Dort soll ein neuer Bauplatz entstehen. Bevor es soweit ist, wird die Stadt die Chance nutzen und die freigelegte Stadtmauer in diesem Abschnitt sanieren. Volker Wurst vom gleichnamigen Ingenieurbüro hat daher eine genaue Untersuchung der Schäden vorgenommen.

In seinem Schadensbericht schreibt Wurst: „In den ostseitigen und den bewitterten, westseitigen Mauerflächen ist der Fugenmörtel stark verwittert, hat seine Bindekraft verloren oder fehlt bereits vollständig bis in größere Tiefen.“ Außerdem sei im Bereich der schadhaften Verfugung das Mauergefüge stellenweise stark gestört. Im Mauerwerk seien Hohlräume ersichtlich, vereinzelt habe sich in den offenen Fugen Bewuchs angesiedelt. „Verteilt über die gesamten Mauerflächen sind zahlreiche Mauersteine infolge der Witterungseinflüsse geschädigt und sollten in bestandsgleichem Material ausgetauscht werden“, empfiehlt der Experte weiter.

Umfangreiche Schäden

Doch die umfangreichsten Schäden seien an der Mauerkrone und den darunterliegenden Mauerflächen vorhanden. Denn das Mauergefüge ist infolge fehlender Verfugung und mehreren Ausbruchstellen aufgelockert. In den südlichen Bereichen sei die Mauerkrone vollständig mit Erde überdeckt und bewachsen. Niederschlags- und Oberflächenwasser dringe ungehindert in das Bruchsteinmauerwerk ein und führe zu weiteren Schäden. Schäden.

Was ist also zu tun? Alles muss zunächst gründlich gesäubert und der Bewuchs entfernt werden. Die Mauerkrone wird freigelegt. Geschädigtes und loses Mauerwerk dort wird abgetragen, stark geschädigte Einzelsteine ausgetauscht. Dabei werden Fehl- und Hohlstellen mit artgleichem Material ausgemauert. Der „ruinenhafte Charakter“ der oberen Mauerbereiche soll dabei erhalten bleiben. Die Mauerkrone werde so ausgebildet, dass das Oberflächenwasser ungehindert abfließen kann. Das Verfugen der neuen alten Mauer ist dann noch ein sensibles Geschäft, zu dem vorab Musterflächen angelegt werden.

Unter Bagatellgrenze

Die Umsetzung der Sanierung erfolgt somit wie bei den bereits umgesetzten Maßnahmen in der Ringstraße und in der Schlossstraße. Pech für die Stadt Bönnigheim bedeutet die Verwaltungsverordnung für die Denkmalförderung, denn mit den voraussichtlichen Kosten von rund 85 000 Euro liegt die Sanierung unter der Bagatellgrenze.

Die Ausschreibung der Arbeiten soll im Mai erfolgen. Die Ausführung ist für September bis November vorgesehen.

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