Großsachsenheim bekommt Innenstadtberater Mehr Impulse für den Einzelhandel

Von Michaela Gelmser
Die Innenstadtberaterin Katharina Wagner wird auch Vorschläge zur Weiterentwicklung der Lammstraße in Großsachsenheim machen und mit den Einzelhändlern sprechen.⇥ Foto: Martin Kalb

Externe Fachleute analysieren die Situation in der Innenstadt Großsachsenheims und machen Verbesserungsvorschläge.

Mehr Aufenthaltsqualität, mehr Kundenfrequenz und mehr Parkplätze: Diese Wünsche stehen seit Jahren auf der Prioritätenliste weit oben, wenn es darum geht, die Innenstadt in Großsachsenheim anziehender zu machen. Schon im Jahr 2010 haben die Verantwortlichen der Stadt im Leitbild Sachsenheims verankert, die Innenstadt Großsachsenheims in ein attraktives Stadtzentrum mit Möglichkeiten zum Einkaufen, Ausgehen und Verweilen zu verwandeln.

Tragfähige Zukunftskonzepte

In der Vergangenheit wurden dazu immer wieder Versuche unternommen. Beispielsweise haben die Mitglieder der Initiative zur Belebung der Innenstadt Sachsenheim (IBISA) das alte Bahnhofgebäude nach 15-jährigem Leerstand saniert. Weiterhin wurde Außengastronomie in der Lammstraße ermöglicht, und die Stadt als Modellkommune in das Kompetenznetz „Klima Mobil“ aufgenommen, um den Verkehr in der Innenstadt Großsachsenheims besser zu regeln, die Situation vor allem für Fußgänger und Radfahrer übersichtlicher zu gestalten und damit auch wiederum mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen.

Zusätzlich wurde die Stadt Sachsenheim jetzt auch als Pilotkommune für das Projekt „Handel 2030“ des Landes ausgewählt. Ziel ist es dabei, den Einzelhandel zu unterstützen, der durch ein sich wandelndes Kundenverhalten, globale Wettbewerber und die Digitalisierung derzeit einem tiefgreifenden Strukturwandel ausgesetzt ist.

Im Rahmen dieses Projekts fördert das Land auch den Einsatz von sogenannten „Innenstadtberatern“, die mit dem lokalen Innenstadt-Einzelhandel vor Ort tragfähige Zukunftskonzepte entwickeln sollen. Träger des Teams der Innenstadtberater für die Region Stuttgart sind der Verband Region Stuttgart sowie die IHK-Region Stuttgart. „Unsere Innenstadt in Großsachsenheim braucht neue Impulse. Die Innenstadtwirtschaft soll durch die gemeinsame Entwicklung von Konzepten unterstützt werden“, machte Sachsenheims Wirtschaftsförderer Matthias Friedrich in der jüngsten Gemeinderatsitzung deutlich.

Katharina Wagner, eine der drei Innenstadtberater für Sachsenheim, erklärte, dass bestehende Strukturen verknüpft, und die Innenstadt lang- und mittelfristig gestärkt werden solle. Eine Erstbegehung der Innenstadt durch die Fachleute hat bereits stattgefunden ebenso wie Gespräche mit dem Vorstand des Bundes der Selbstständigen (BdS) in Sachsenheim und den betroffenen Einzelhändlern.

Passantenbefragung

Am 11. März wird noch eine Passantenbefragung in Großsachenheim durchgeführt. Auch ein Digitalcheck steht auf dem Programm der Innenstadtberater. „Wir haben jetzt die gute Gelegenheit einmal ein externes Team von Fachleuten auf unsere Stadt und die Einzelhändler blicken zu lassen“, betonte der Vorsitzende des BdS Sachsenheim, Konrad Buck. Gemeinderat Ralf Nägele sah es etwas kritisch, dass die Innenstadtberater nur innenstadtwirtschaftliche Aspekte betrachten wollen, da die städtebaulichen sowie die Verkehrsthemen im Rahmen des Kompetenznetzes „Klima Mobil“ erörtert werden. Innenstadtberaterin Wagner versprach aber, auch die Aufenthaltsqualität im Auge zu haben.

Kritik an der Stadt übten in diesem Zusammenhang die Ratsmitglieder Oliver Häcker und Thomas Bay. „Wir erzählen der Stadtverwaltung seit Jahren, wie es in der Innenstadt aussieht. Matthias Friedrich ist von einem Wirtschaftsförderer meilenweit entfernt. Warum wandern ständig Unternehmen ab? Warum bekämpfen wir seit Jahren Parkplatzprobleme, ohne dass etwas passiert“, so Häcker. Änderungen der Verkehrsführung seien angedacht, aber nie zu Ende geführt worden. Ratsmitglied Bay wiederum erklärte, dass sich mit wenigen Mitteln viel umsetzen ließe wie etwa eine ansprechendere Gestaltung der Kreisverkehre. Auch dass die Mehrheit der Gemeinderäte im vergangenen Jahr einen Zuschuss für den Aufbau einer Online-Verkaufsplattform für BdS-Mitglieder abgelehnt hatte, erzeugte bei Bay im Nachhinein immer noch Kopfschütteln. Gemeinderat Lars Weydt betonte, dass der Rat bereit sei, Zuschüsse zur Digitalisierung zu geben, wenn ein schlüssiges Gesamtkonzept dafür vorliege.

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