Ludwigsburg KSK Open Fast ein ganzes Revolverheld-Konzert

Von Heike Rommel
Rund 4500 Menschen feierten am Freitag mit der Band Revolverheld Foto:  

4500 Besucher kamen zum KSK Music Open im Schlosshof in Ludwigsburg am Freitagabend. Das Unwetter sorgte jedoch für eine verkürzte Show. Die Band Revolverheld musste nach einer Stunde auf der Bühne das Konzert abbrechen.

Der schmerzlich vermissten Band „Revolverheld“, die wegen der Coronapandemie vorläufig erst wieder im Sommer 2023 live auftritt, ist am Freitagabend in Ludwigsburg auch noch ein Gewitter reingeplatzt. Die Hamburger Jungs konnten immerhin fast ein ganzes Konzert abliefern.

Die letzten beiden Winter nichts, diesen Sommer Open Air und für die Tour Anfang 2023 schon wieder Schluss. Dass der Frontman von „Revolverheld“, Johannes Strate, seinem Instagram-Post zufolge geradezu „kotzen und heulen gleichzeitig“ könnte, weil nach „Rücksprache mit Drosten & Co.“ schon wieder das Schlimmste zu befürchten sei, hat er sich beim KSK Music-Festival im Ludwigsburger Schlosshof nicht anmerken lassen. Die lange vermisste Band holte rund 4500 von 10 000 erwarteten Besuchern mit ihren rockigen Poptiteln, die schon allein von den Texten her durch die Pandemie helfen, über eine Stunde lang aus dem Alltag heraus, musste allerdings Tempo machen, weil das Radar des deutschen Wetterdienstes nicht gut aussah.

Band muss nach Ludwigsburg

„Schön euch mal wieder zu sehen, wir waren viel zu lange nicht hier“, machte Strate das Publikum mit einem flotten Spruch über 13 Stunden Anreise und eine ausgefallene Klimaanlage in der deutschen Bahn locker. Es habe auch noch ein Baum auf den Gleisen gelegen, aber der Zugführer habe diesen mit acht Stundenkilometern sanft beiseite gebracht, weil er gewusst habe: „Da muss eine Band nach Ludwigsburg.“ Strate bedankte sich auch dafür, dass 4500 Leute für „Revolverheld“ auf ein Bundesligaspiel verzichtet haben, in welchem „Bayern schon wieder führt, was ja auch langsam langweilig wird“.

In Hamburg hatte es beim Song „Hinter der Elbe in New York“ schon gefühlte 18 Grad, als in Ludwigsburg, von „Revolverheld“ abgekürzt „Luwibu“, noch gefühlte 37 Grad drin waren. „Cheers, auf euch“, legte der mit viel Trinkwasser versorgte Drummer Jakob Sinn bei von „Hinter der Elbe“ sein Schlagzeugsolo hin. Seifenblasen von Fans flogen auf die Bühne, und Eltern trugen ihre Kinder im „Revolverheld“-Fan-Shirt auf den Schultern. Die satten Bässe von Florian „Flo“ Speer und Chris Rodriguez erdeten nicht nur die Gitarristen Kristoffer Hünecke und Nils Christian Hansen, sondern auch die Konzertbesucher in einem Bombensound vor der Schlosskulisse, die zusammen mit der Musik Stabilität verlieh.

Publikum singt mit

Vorübergehend „Leichter“ genommen werden konnte Corona mit dem gleichnamigen Song noch nicht wirklich, was schon allein an der Besucheranzahl zu erkennen war. Spätestens bei „Immer noch fühlen“ jedoch klatschte und sang der ganze Schlosshof mit und erinnerte sich an sein „erstes Konzert“, sein „tanzendes Herz“, seinen „ersten Rausch“ und die „erste Zigarette auf der Schultoilette“. „Das kann uns keiner nehmen“, übernahmen rund 4500 Fans die Rolle des Background-Chores gerne und untermalten stimmlich mit einem festen „Ohohoho“ in allen Lagen.

Nur noch acht Minuten

Konzertbeginn 21 Uhr, und gegen 22 Uhr wurde die Wettervorhersage wahr, als Johannes Strate passenderweise gerade „welche Fehler wir auch machen, lass’ uns einfach drüber lachen“ sang. Dann versuchte er, das drohende Gewitter mit einem „Gruß aus Hamburg“ zu vertreiben, „wo es immer regnet“, als ihm schon die ersten klatschnassen Konzertbesucher davonliefen. Die professionelle Lightshow zauberte ein perlendes Farbenbild in die dicken Regentropfen. Doch dann kam Strates klare Ansage im Sinne der Veranstaltungsleitung: „Wir müssen abbrechen. Sicherheit und Gesundheit gehen vor. Wir dürfen noch acht Minuten spielen.“

 
 
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