RS-Virus Kreis Ludwigsburg RKH Kliniken rechnen weiter mit steigenden Zahlen

Von Claudia Mocek
Die Kinderklinik war am Donnerstag voll belegt. Foto: Martin Kalb/Martin Kalb

„Die RS-Virus (RSV)-Welle ist nichts Neues“, sagte Weiß. Aber im Vergleich zu den Vorjahren sei der Anstieg bei den Infizierten rasant, vor allem unter den kleinen Kinder bis zu vier Jahre. sagte der Ärztlicher Direktor Zentralbereich Katastrophenschutz der RKH Kliniken, Dr. Stefan Weiß. Über die aktuelle Lage hat der Krisenstab am Donnerstag bei einer Pressekonferenz informiert.

„Die Infektionslage bei den akuten Atemwegserkrankungen ist eine große Herausforderung“, sagte der Ärztlicher Direktor Zentralbereich Katastrophenschutz der RKH Kliniken, Dr. Stefan Weiß. Über die Lage hat der Krisenstab am Donnerstag bei einer Pressekonferenz informiert.

„Die RS-Virus (RSV)-Welle ist nichts Neues“, sagte Weiß. Aber im Vergleich zu den Vorjahren sei der Anstieg bei den Infizierten rasant, vor allem unter den kleinen Kinder bis zu vier Jahre. Außerdem gebe es viele schwere Krankheitsverläufe, die einer Lungenentzündung ähnelten und die nur auf der Kinder(intensiv)station behandelt werden könnten. Die Atemwegserkrankungen durch Influenza bei den Fünf- bis Zehnjährigen steige steil, diese könnten in der Regel auf der Normalstation der Kinderklinik behandelt werden. „Wir sind voll belegt“, sagte Weiß: Alle 36 Betten der Normalstation seien am Mittwoch belegt gewesen – zwölf Patienten seien am RSV erkrankt, sechs an Influenza. Von den 13 Intensivbetten seien zwölf belegt, drei Patienten am RSV erkrankt. „Wir kriegen das hin, müssen aber gut haushalten“, sagte Jochen Meyburg, Ärztlicher Direktor der Kinderklinik Ludwigsburg und verwies auf die gute Zusammenarbeit mit anderen Kliniken und den niedergelassenen Ärzten.

Keine Todesfälle

Bisher habe es keinen Todesfall aufgrund des RSV gegeben, kein Kind habe intubiert werden müssen. Doch die Behandlungen seien aufwendig. Personell gebe es in der Kinderklinik derzeit keine großen Ausfälle, nur vereinzelt würden Pflegekräfte aus der Erwachsenenmedizin eingesetzt. In großem Stil funktioniere das nicht, sagte Weiß. „Pflegekräfte müssen fachspezifisch sein“, sagte Meyburg. Ein „Pädiatrie-Koordinator“ für den Kreis soll nun Aufnahme, Verteilung und Entlassung steuern. Die kreisübergreifende Koordination werde aufgebaut. Die RKH Kliniken erweitern ihre Kapazität in der Kinderklinik derzeit um sechs Betten, außerdem prüfen sie, wo das Personal der Kinderklinik entlastet werden könne.

„Bis zum Alter von zwei Jahren müssen alle Kinder mehrere Infektionen durchmachen“, sagte Meyburg. Dies geschehe in Etappen, bis die Atemwege mitgewachsen seien. Die aktuelle Entwicklung beim RSV führt Meyburg darauf zurück, dass aufgrund von Corona Infektionen ausgeblieben seien, die nun gehäuft auf einmal auftreten würden. Außerdem würde eine Corona-Infektion vorübergehend das Immunsystem schwächen, was zu einer stärkeren Anfälligkeit führen könne.

Weiß rechnet damit, dass die Zahlen in den nächsten ein bis zwei Wochen noch steigen werden. Erfahrungsgemäß ebbe die RS-Virus-Welle in drei bis vier Wochen ab. „Der Kinderarzt ist der erste Ansprechpartner“, sage Meyburg. Aber nicht jeder Schnupfen sei das RS-Virus, bei dem es zu Atemnot kommen könne.

 
 
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